Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle
Newsletter Nummer 7 | 23.06.2008


Liebe Leserinnen und Leser,

im aktuellen Newsletter des Vereins zur Förderung der Publizistischen Selbstkontrolle berichten wir unter anderem über die Verabschiedung von Dr. Horst Avenarius. "Der Hüter der PR-Kodizes" gibt nach rund 16 Jahren den Vorsitz des Deutschen Rats für Public Relations an Richard Gaul ab.
Der Werberat und der PR-Rat haben erneut Rügen ausgesprochen und auch das Thema Jugendschutz wird speziell für das Internet intensiv debattiert. Genauere Informationen finden Sie im Newsblock.
Ein wichtiges Thema ist die Offenlegung persönlicher Daten in "social network"-Angeboten des WorldWideWeb. Vor allem im Zusammenhang mit StudiVZ ist diese Frage in den letzten Monaten diskutiert worden. Dazu hat unser Vereinsmitglied Prof. Dr. Christoph Neuberger einen Beitrag verfasst.

Viel Spaß beim Lesen
wünscht Ihnen die Redaktion

Anna Deileke, Kai Sprenger & Thorsten Turck

In dieser Ausgabe:
I. AUS DEN RÄTEN
Das Schaffen einer großen PR-Persönlichkeit
Werberat rügt: Hitler posiert für Ahnenforschung
PR-Rat widerspricht Merten und Mika
Pharmafirmen gerügt
Auch Presserat Partner
Öko: Werberat warnt vor Tricks
FSM begrüßt Urteilsbegründung des BGH
FSM: Aktueller FSM Jahresbericht 2007 jetzt online abrufbar
Journalistenverband rüffelt Bundeswehr
Medienrat beanstandet Stefan Raabs "Wok-WM" wegen Schleichwerbung
II. INTERNATIONAL
Neues Mediengesetz in Russland: Stirnrunzeln beim Europarat
DJV: Mehr Pressefreiheit notwendig
EU Parlament spricht sich gegen Sperrungen von Internetseiten aus
Europarat: Nutzer sollen über Internetfilter aufgeklärt werden
III. JUGENDSCHUTZ
Beckstein: Computerspielindustrie muss sich stärker für Jugendschutz engagieren
Erstes Gesetz zur Änderung des Jugendschutzgesetzes verabschiedet
KJM fordert internationale Standards für Jugendmedienschutz
KJM wählt Prof. Ring für weitere fünf Jahre als Vorsitzenden
Google entwickelt Software zur Erkennung von Kinderpornographie
Verfassungsbeschwerde gegen BGH-Urteil zu Altersverfikation
KJM veröffentlicht Gutachten zu Sperrungsverfügungen im Internet
Thüringer Mediensymposium: Qualität von Kinderinternetseiten wichtig
EU-Kommission fordert mehr und einheitlichen Jugendschutz bei PC-Spielen
IV. MEDIEN
Zapp kritisiert die Stimmungsmache von "Media Tenor"
Hauptausschuss beschließt Enquete zu Medienrecht und Opferschutz
Wer lenkt die Medienlandschaft der Zukunft?
V. EXTRA: SOCIAL COMMUNITIES
Social Communities als Ergänzung klassischer Kommunikation
Boom von Online Social Communities hält an
Kontaktpflege im Internet - Christoph Neuberger, Münster
VI. IMPRESSUM

I. AUS DEN RÄTEN

Das Schaffen einer großen PR-Persönlichkeit

Dr. Horst Avenarius (78), Gründer und seit 1992 Vorsitzender des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR), übergibt den Vorsitz an den Ex-Kommunikationschef der BMW AG München, Richard Gaul. Aus diesem Anlass haben sich die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG), die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA), der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) und die Deutsche Gesellschaft für Politik (degepol) offiziell auf der Homepage der DPRG bei Avenarius bedankt: "Wir verabschieden uns in Dankbarkeit und verneigen uns vor dem Hüter der PR-Kodizes, der mit Sachverstand, Energie und Weisheit über Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit für den Berufsstand und nicht zuletzt für die Gesellschaft geleistet hat".

http://www.drpr-online.de/statische/itemshowone.php4?id=37

Die Rede von DPRG-Präsident Ulrich Nies anlässlich des Wechsels an der Spitze des DRPR:

http://www.drpr-online.de/upload/downloads_89upl_file/Ehrung%20AV-hh.pdf

Werberat rügt: Hitler posiert für Ahnenforschung

Die selbstdisziplinäre Instanz der Werbebranche, Deutscher Werberat, hat die Website des Unternehmens 'Ahnenforschung Ltd.' (Griesheim) öffentlich gerügt, auf der Adolf Hitler als herausgestellter Blickfang abgebildet ist. Im Hintergrund zu sehen sind unter anderem Albert Einstein, Marilyn Monroe und Elvis Presley. Die Firma hatte sich geweigert, das Werbebild zu ändern. Begründung: "Die Werbung verstößt weder gegen irgendwelche Gesetze, noch ist sie in irgendeiner Weise anstößig."

http://www.werberat.de

PR-Rat widerspricht Merten und Mika

Prof. Klaus Merten hat eine neue Definition der PR vorgelegt, die "eine Technik bedingt geduldeter öffentlicher Täuschung" impliziert. Die taz-Chefredakteurin Bascha Mika erklärte auf einer Podiumsdiskussion anlässlich der Geburtstagsfeier des Ratsmitglieds Prof. Günter Bentele am Freitag, 11. April, Journalisten seien der Wahrheit verpflichtet, PR-Leute hingegen ihren Auftraggebern. Der scheidende Ratsvorsitzende Horst Avenarius weist in einer Stellungnahme beide Auffassungen scharf zurück.

http://www.drpr-online.de/kurzmeldungen/itemshowone.php4?id=77&return=itemshowall.php4

Pharmafirmen gerügt

Wegen Schleichwerbung in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" hat der Deutsche Rat für Public Relations sieben in Deutschland tätige Pharmafirmen gerügt. Eine weitere wurde ermahnt, eventuell angebahnte Geschäftskontakte nicht weiter zu verfolgen. Der PR-Rat hob bei seiner Urteilsbegründung die Ernsthaftigkeit hervor, mit der die Mehrzahl der angeschuldigten Pharmafirmen die vom Rat erhobenen Vorwürfe bearbeitet haben.

http://www.drpr-online.de/upload/downloads_86upl_file/PM%20Pharmafirmen%20ger%FCgt.pdf

Auch Presserat Partner

Der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, hat am 17. April 2008 im Bundeskanzleramt in Berlin die "Nationale Initiative Printmedien - Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie" gestartet. Der Initiative geht es darum, Kindern und Jugendlichen den Wert von Zeitungen und Zeitschriften als politische Leitmedien zu vermitteln und das Bewusstsein für die Bedeutung einer freiheitlichen Medienordnung für die Demokratie zu wecken.

http://www.presserat.de/Pressemitteilung-anzei.pm+M5c8d6755b5e.0.html

Öko: Werberat warnt vor Tricks

Öko ist zwar gut für das Geschäft, weil viele Kunden neben Qualität, Preis und Beratung immer stärker bei ihrer Kaufentscheidung auch auf ökologische Aspekte achteten. Umweltargumente in der kommerziellen Werbung müssten aber nachvollziehbar sein, damit sie nicht als manipulative Trickserei missverstanden werden, mahnt in Berlin der Vorsitzende des Deutschen Werberats, Hans-Henning Wiegmann. Anlass war die Präsentation der Jahresbilanz des Gremiums über Verbraucherbeschwerden 2007.

http://www.werberat.de

FSM begrüßt Urteilsbegründung des BGH

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) begrüßt die Entscheidung des Bundesgerichthofes zu Altersverifikationssystemen für Erwachsenenangebote im Internet, zu der am 15. April 2008 die schriftliche Begründung zum Urteil vom 18. Oktober 2007 veröffentlicht wurde. Gegenstand des wettbewerbsrechtlichen Verfahrens war die Frage, ob ein bestimmtes Altersverifikationssystem (AVS) den gesetzlichen Anforderungen entspricht und damit sicherstellt, dass nur Erwachsene Zugang zu pornografischen Angeboten im Internet erhalten ("geschlossene Benutzergruppe").

http://www.fsm.de

FSM: Aktueller Jahresbericht 2007 jetzt online abrufbar

Der aktuelle Jahresbericht der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbeiter e.V. (FSM) ist ab sofort unter folgender Adresse online anrufbar:

http://www.fsm.de/inhalt.doc/FSM_Jahresbericht_2007.pdf

Journalistenverband rüffelt Bundeswehr

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat so genannte dienstliche Informationsveranstaltungen der Bundeswehr für Journalistinnen und Journalisten scharf kritisiert. "Hier wird der Versuch unternommen, Journalisten in die Truppe zu integrieren. Der Verdacht auf diese Weise Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen, liegt nahe", erklärt DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

http://www.kontakter.de/kontakter/news/artikel/2008/05/96391/index.html

Medienrat beanstandet Stefan Raabs "Wok-WM" wegen Schleichwerbung

Der Medienrat Berlin-Brandenburg hat Stefan Raabs "Wok-WM" der Jahre 2006 und 2007 beim Privatsender ProSieben wegen Schleichwerbung beanstandet. In den Sendungen seien Markennamen und Logos eingeblendet und benannt worden.

http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/schleichwerbung_bei_pro_sieben


II. INTERNATIONAL

Neues Mediengesetz in Russland: Stirnrunzeln beim Europarat

Der Europarat hat sich besorgt über ein neues russisches Mediengesetz geäußert, das härtere Strafen für "Verunglimpfung" vorsieht. Damit werde die Pressefreiheit im Land weiter eingeschränkt, warnte der Brite Andrew McIntosh, Berichterstatter für Medien der Parlamentarier-Versammlung des Europarats. Das fragliche Gesetz ermögliche das Verbot von Zeitungen oder Radio- und Fernsehsendern, die negative Informationen über Politiker und hohe Beamte veröffentlichen, erläuterte der McIntosh. Moskau könne in solchen Fällen vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen Verletzung des Grundrechts auf Pressefreiheit verurteilt werden.

http://www.pr-journal.de/index.php?option=com_content&task=view&id=5974&Itemid=2

DJV: Mehr Pressefreiheit notwendig

Die Stärkung der Pressefreiheit in Deutschland forderte der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) aus Anlass des Welttags der Pressefreiheit am 3. Mai: "Nicht das Leben oder die Freiheit der Journalisten sind in Deutschland gefährdet, wohl aber die freie Recherche und Berichterstattung", kommentierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken die Forderung. Unter dem Deckmantel des Anti-Terror-Kampfes schränke die Politik insbesondere den Informantenschutz und das Redaktionsgeheimnis zunehmend ein.

http://www.pr-journal.de/index.php?option=com_content&task=view&id=5973&Itemid=2

EU Parlament spricht sich gegen Sperrungen von Internetseiten aus

Mit knapper Mehrheit hat sich das Europäische Parlament bei der Entschließung zur europäischen Kulturwirtschaft in Brüssel gegen Internetzugangssperren als Mittel im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen ausgesprochen. Mit gerade mal 17 Stimmen Vorsprung votierte die Parlamentsmehrheit, gestützt von Sozialdemokraten und Sozialisten sowie den Grünen, für eine Aufforderung an die Mitgliedsstaaten, von Internetsperren abzusehen.

http://www.heise.de/newsticker/EU-Parlament-votiert-gegen-Internetsperren--/meldung/106322

Europarat: Nutzer sollen über Internetfilter aufgeklärt werden

Die im Europarat vertretenen Mitgliedsländer sollen für Internetfilter Standards etablieren, die das Recht auf Meinungsfreiheit in vollem Umfang schützen. Die Empfehlung war vom "Steering Committee on the Media and New Communication Services" (CDMC) des Rats bereits im vergangenen Jahr ausgearbeitet worden. Bürgerrechtsaktivisten begrüßten die Verabschiedung der Empfehlung, die zwar nicht verbindlich ist, aber recht weitgehende Forderungen für den Einsatz von Filtern erhebt.

http://www.heise.de/newsticker/Europarat-fordert-Transparenz-bei-Internetfiltern--/meldung/105687


III. JUGENDSCHUTZ

Beckstein: Computerspielindustrie muss sich stärker für Jugendschutz engagieren

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat die Hersteller von Computerspielen zur Kooperation beim Jugendschutz aufgerufen. "Ziehen wir gemeinsam an einem Strang, denn Gewaltspiele haben in unseren Kinderzimmern nichts zu suchen", sagte Beckstein laut Mitteilung bei der Eröffnung des Kongresses "Munich Gaming" zu elektronischen Spielen in München. Die Branche habe ein großes Arbeitsplatz- und Zukunftspotenzial. Es sei aber wichtig, dass Politik und Spiele-Industrie im Dialog blieben.

http://www.heise.de/newsticker/Beckstein-fordert-Computerspiele

Erstes Gesetz zur Änderung des Jugendschutzgesetzes verabschiedet

Am 8. Mai hat der Deutsche Bundestag das "Erste Gesetz zur Änderung des Jugendschutzgesetzes" in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Das Gesetz wird vermutlich am 1. Juli 2008 in Kraft treten, soweit der Bundesrat im weiteren Gesetzgebungsverfahren seine Zustimmung gibt.

http://www.spio.de/index.asp?SeitID=407


Auch der Bundestag selbst berichtet über den Gesetzentwurf:

Die Bundesregierung will Kinder und Jugendliche besser vor medialer Gewaltdarstellung und gewaltbeherrschten Computerspielen schützen. Der dazu vorgelegte Entwurf zur Änderung des Jugendschutzgesetzes (16/8546) sieht unter anderem vor, den Katalog der schwer jugendgefährdenden Trägermedien, die schon gesetzlich indiziert sind, im Hinblick auf Gewaltdarstellungen zu erweitern.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_092/02.html


Der Familienausschuss votierte mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen für den Gesetzentwurf. Sowohl die FDP-Fraktion als auch Bündnis 90/Die Grünen und die Linksfraktion stimmten gegen den Entwurf.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_113/01.html


Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat den federführend von ihr verfassten Regierungsentwurf bei der 1. Lesung im Bundestag verteidigt. Die Definition automatisch indizierter Computerspiele werde geschärft, erklärte die CDU-Politikerin. Die Initiative setze bei der Erläuterung dessen an, was Gewalt heiße. Von dem geplanten neuen Verbot umfasst würden so etwa Games, bei denen Folter nicht nur vorgeführt, sondern der Spieler dafür auch noch belohnt werde.

http://www.heise.de/newsticker/Familienministerin

KJM fordert internationale Standards für Jugendmedienschutz

"Ohne eine unabhängige Kontrollinstanz wie die KJM geht es nicht - nicht beim Fernsehen und nicht beim Internet", erklärte der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein. Das Instrument der Selbstregulierung sei der richtige Weg. Gleichzeitig appellierte er an die Unternehmen, den Jugendmedienschutz nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance zur Profilierung zu sehen und ihre Kreativität nicht nur in die Entwicklung von Inhalten, sondern auch in geeignete Schutzmaßnahmen zu stecken.

http://www.satundkabel.de/modules.php?op=modload

KJM wählt Prof. Ring für weitere fünf Jahre als Vorsitzenden

Einstimmig hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, den Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), als Vorsitzenden wiedergewählt.

http://www.digitalfernsehen.de/news/news_282913.html

Google entwickelt Software zur Erkennung von Kinderpornographie

Google stellt der US-Organisation National Centre for Missing and Exploited Children (NCMEC) eine Software zur Verfügung, die automatisch kinderpornografische Abbildungen erkennen soll. Sie war ursprünglich entwickelt worden, um Urheberrechtsverletzungen auf YouTube zu verhindern. Im Rahmen eines Programms, das Google "20-percent time" nennt und in dem Entwickler einen Teil ihrer Arbeitszeit eigenen Projekten widmen können, passten Shumeet Baluja und sein Team die Mustererkennung an die Bedürfnisse von NCMEC an.

http://www.heise.de/newsticker/Google-Entwickler-erstellen-Software-zum-Aufspueren

Verfassungsbeschwerde gegen BGH-Urteil zu Altersverfikation

Das Bundesverfassungsgericht wird sich mit einer Beschwerde zur Altersprüfung bei Porno-Angeboten im Netz befassen. Tobias Huch, Geschäftsführer der Mainzer Firma Resisto IT, hat das höchste deutsche Gericht aufgrund des restriktiven Urteils des Bundesgerichtshof (BGH) zu Altersschranken von Porno-Websites angerufen. Der im Geschäft mit Pornografie aktive Unternehmer sieht sich durch die BGH-Entscheidung in seinen Grundrechten zur freien Meinungsäußerung und Berufsausübung verletzt. Huch ist der Ansicht, dass die strenge Auslegung der Jugendschutzbestimmungen durch den BGH mit den Grundrechten eines Anbieters von Jugendschutz-Software unvereinbar sei.

http://www.heise.de/newsticker/Verfassungsbeschwerde-gegen-BGH-Urteil

KJM veröffentlicht Gutachten zu Sperrungsverfügungen im Internet

Gewinnspiele im Fernsehen und Hörfunk sowie im Internet haben in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Um die Rechtslage im Bereich des Glücks- und Gewinnspielrechts - gerade im Hinblick auf den Jugendschutz - zu klären, hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ein juristisches Gutachten erstellen lassen, das am 6. Juni in München vorgestellt wurde.

http://www.kjm-online.de/public/kjm/index.php?news_id

Thüringer Mediensymposium: Qualität von Kinderinternetseiten wichtig

Kindern steht bereits in jungen Jahren eine Vielzahl an Medien zur Verfügung. Doch nicht alle sind gleichermaßen für Heranwachsende geeignet. Unter dem Motto Generation digital diskutierten am 23. April 300 Experten aus Deutschland sowie Gäste aus den Niederlanden und Österreich über aktuelle Entwicklungen und Strategien für Kindermedienangebote.

http://www.teltarif.de/arch/2008/kw17/s29723.html

EU-Kommission fordert mehr und einheitlichen Jugendschutz bei PC-Spielen

Die EU-Kommission hat Fortschritte beim Jugendschutz im Videospiele-Sektor begrüßt. Gleichzeitig mahnte sie eine bessere Selbstregulierung der Branche an. Deutschland liegt im europäischen Vergleich beim Jugendschutz vorne. Hier gelten besondere verbindliche Vorschriften und ein Verbot für bestimmte Gewalt-Videospiele. Der europäische Videospiele-Sektor entwickelt sich dynamisch und wird Ende 2008 voraussichtlich ein Umsatzvolumen von 7,3 Milliarden Euro erreichen. Gewachsen ist aber auch die Besorgnis in der Öffentlichkeit über aggressives Verhalten als Folge von Videospielen. Die EU-Kommission hat daher die Vorschriften zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor jugendgefährdenden Videospielen geprüft.

http://www.umweltruf.de/news/111/news0.php3?nummer=12128


IV. MEDIEN

Zapp kritisiert die Stimmungsmache von "Media Tenor"

Das nach eigener Auskunft einzige internationale Medienforschungsinstitut der Welt, der Medien Tenor in Bonn, beschreibt sich selbst als unabhängig, überparteilich und wissenschaftlich exakt. Auf Analysen, die das Institut in Bezug auf ARD und ZDF gemacht hat, trifft das offenbar nicht zu. Wie das NDR-Medienmagazin Zapp herausfand, entbehren die vorgelegten Zahlen immer wieder der wissenschaftlichen Grundlage und werden dennoch bewusst als Munition gegen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten eingesetzt. Michael Haller, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Leipzig und Mitglied des FPS, sagt: "Herr Schatz manipuliert Daten." Haller darf das sagen, gedeckt durch ein Gerichtsurteil.

http://www.pr-journal.de/index.php?option=com_content&task=view&id=5931&Itemid=2

Hauptausschuss beschließt Enquete zu Medienrecht und Opferschutz

Am 3. Juli 2008 wird im Parlament eine parlamentarische Enquete zum Thema "Medienrecht und Opferschutz" abgehalten. Das beschlossen die Mitglieder des Hauptausschusses einstimmig. Grundlage dafür bildete ein Antrag aller fünf Parlamentsparteien.

http://www.newsroom.de/news/detail/454375

Wer lenkt die Medienlandschaft der Zukunft?

Internationale Medienmanager trafen sich am 2. Juni in Hamburg, um über die Zukunft ihrer Branche zu sprechen. In drei Podiumsdiskussionen setzten sich Spitzenvertreter unter anderen von Bertelsmann, Telecom Italia, Prisacom, der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Gruner + Jahr und des Norddeutschen Rundfunks mit Strategien auseinander, um im härter werdenden Wettbewerb zu bestehen.

http://www.newsroom.de/news/detail/457399


V. EXTRA: SOCIAL COMMUNITIES

Social Communities als Ergänzung klassischer Kommunikation

Social-Communitys wie Lokalisten.de, Facebook oder StudiVZ sind im Zeitalter von Web 2.0 der Renner im Internet. Nie war es so einfach, alte Bekanntschaften, wie etwa den eigenen Abschlussjahrgang vom Abitur, verlorene Freundschaften oder auch den aktuellen Freundeskreis zu finden, zu kontaktieren und sich auszutauschen. Kein Wunder das dieser Boom im "Social-Web" anhält. Doch ersetzt diese Form der Kommunikation das "altmodische" Gespräch von Person zu Person? Lösen Kurznachrichten auf einer digitalen Pinnwand ein persönliches Telefonat ab? Ist es einfacher, Freunde auf Grund ihrer online offengelegten Interessen zu finden, als durch einen persönlichen, realen Kontakt?
Dieser Fragestellung widmete sich die Universität Münster in einer Online-Umfrage, bei der 1500 Studenten aus ganz Deutschland, zu ihrer Nutzung von Online-Communitys befragt wurden. Aus der Umfrage geht klar hervor, die traditionellen Formen der Kommunikation, des Kennenlernens und der Kontaktpflege werden nicht abgelöst sondern ergänzt. Das persönliche Gespräch, ein Telefonat oder auch die E-Mail werden genauso genutzt wie vor dem "Sozialen-Onlineboom". "Echte" und neue Freundschaften suchen sich die Studenten daher eher im realen Leben als in digitalen Onlineprofielen unbekannter Nutzer. Online-Netzwerke werden daher eher zur Pflege vorhandener Freundschaften und zum aufspüren von alten Bekannten genutzt.

http://www.uni-muenster.de/Rektorat/muz/2008/2-70.html

Boom von Online Social Communities hält an

Lokalisten, StudiVZ und BSM - Internetgemeinschaften schießen wie Pilze aus dem virtuellen Boden. Die Mitglieder suchen Freunde, Liebe, einen Job. Um gut anzukommen, muss man viel von sich preisgeben. Und die ganze Welt liest mit.

http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29

Kontaktpflege im Internet - Christoph Neuberger, Münster

Wie das Netzwerk StudiVZ genutzt wird - Ergebnisse einer Online-Befragung

Neue Kontakte wurden bislang fast ausschließlich in Situationen geknüpft, in denen sich Menschen von Angesicht zu Angesicht begegnen: auf Partys und in Kneipen, am Arbeitsplatz und in der Ausbildung. In virtuellen Kontaktnetzwerken wie StudiVZ, Facebook, Myspace oder Xing scheint sich dies nun zu ändern: Das Internet verspricht eine effizientere Suche unter mehr potenziellen Kandidaten. Was passiert, wenn Möglichkeiten für Freundschaften nicht mehr nur von den Gelegenheiten abhängen, die sich im näheren Umfeld ergeben, und man auf das mühselige Abtasten verzichten kann, sondern sich sofort auf der Profilseite über andere Menschen informieren kann?

Bisher ist noch wenig darüber bekannt, wie Kontakt-Netzwerke genutzt werden. In den Medien werden vor allem Sorgen geäußert, wenn virtuelle Kontaktbörsen thematisiert werden: Wächst die Bereitschaft zur Selbstentblößung? Werden die persönlichen Daten missbraucht? Wie ehrlich ist die Selbstdarstellung? Geht es nur noch darum, die Zahl der Freundschaften zu maximieren? Wird das persönliche Gespräch verdrängt? Werden Kontakte oberflächlich, verlieren sie an Tiefe, wenn sie nur noch im Internet gepflegt werden? [...]

Online weiterlesen:
http://www.publizistische-selbstkontrolle.de/index.php?option=com_content&task=view&id=41

Im PDF-Format herunterladen:
http://www.publizistische-selbstkontrolle.de/fps_dokumente/nl/fps_07_neuberger_kontaktpflege_im_internet.pdf


IMPRESSUM

Herausgeber:

Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V.
c/o Institut für Journalistik
Universität Dortmund
Emil-Figge-Straße 50
44 221 Dortmund

ViSdP:

FPS-Vorstand
Prof. Dr. Horst Pöttker, Dortmund (1.Vors.)
Prof. Dr. Wolfgang R. Langenbucher, Wien (2. Vors.)
Prof. Dr. Achim Baum, Osnabrück (Schriftführer)
Dr. Christian Schicha, Duisburg (Schatzmeister)

Email: info@publizistische-selbstkontrolle.de
Internet: http://www.publizistische-selbstkontrolle.de

Die Inhalte dieses Newsletters dürfen journalistisch weiterverwendet oder nachgedruckt werden, wenn der Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. als Quelle angegeben wird.

Die Produktion dieses Newsletters wird durch die freundliche Unterstützung der Stiftung Presse-Haus NRZ ermöglicht: http://www.stiftungpressehausnrz.de