Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle
Newsletter Nummer 1 | 05.01.2007

Liebe Leserinnen und Leser,

vor Ihnen liegt der erste Newsletter des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V., kurz FPS-Newsletter.

Es erscheint alle drei Monate und soll auf Neuigkeiten aus der publizistischen Selbstkontrolle und ihren Organen aufmerksam machen. Dabei werden die wichtigsten Themen der vergangenen Monate gesammelt und zusammengefasst - und Werbung werden Sie hier natürlich nicht finden.

Eine Besonderheit des Newsletters besteht darin, dass die Mitglieder des FPS - also kompetente und kritische Beobachter der publizistischen Selbstkontrolle - regelmäßig Beiträge verfassen und die aktuellen Entwicklungen einordnen.

Nehmen Sie sich doch bitte am Anfang des Jahres die Zeit und lesen Sie die erste Ausgabe. Sollten Sie danach an weiteren Ausgaben nicht interessiert sein, teilen Sie uns das bitte mit und wir nehmen Sie aus dem Verteiler.

Wir freuen uns natürlich über kritische Rückmeldungen und laden Sie herzlich ein, als Autoren eigene Beiträge für die kommenden Ausgaben zu verfassen.

Ein erfolgreiches Jahr 2007

wünscht die Redaktion

Thorsten Turck & Anna Deileke



In dieser Ausgabe:
PR-Rat spricht sieben Rügen aus
Presserat rügt Zeitungen
Tabakwerbung in TV und Print
Personalwechsel im Beschwerdeausschuss
50 Jahre Presserat
Killerspiele im Gespräch
Cicero-Rückblende
FSM-Hochstapler im Netz
FSK diskutiert über Jugendschutzthemen
Deutscher Werberat rügt Funknetzbetreiber
Neuer Internetauftritt des FPS
Kosmetik oder großer Wurf? Der Deutsche Presserat hat seinen Verhaltenskodex überarbeitet
Internet Neutralität bedroht
Tagung Media Reform repräsentiert breites Bündnis

MELDUNG: PR-Rat spricht sieben Rügen aus.

Die Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V. (DPRG) hat am 12. Dezember sieben Rügen ausgesprochen. Mit diesem Verfahren wird auf kommunikatives Fehlverhalten aufmerksam gemacht. Es ging bei diesem Fällen um wiederholte Schleichwerbung in deutschen Fernsehsendungen. Besonders aufgefallen ist eine Agentur die in diesem Jahr bereits zum vierten Mal gerügt wurde.

http://www.drpr-online.de/statische/itemshowone.php4?id=37

MELDUNG: Presserat rügt Zeitungen

Eine öffentliche Rüge und vier nicht öffentliche Rügen sprach der Deutsche Presserat am 7. Dezember aus. In der Beschwerdesitzung wurden 106 Fälle behandelt. Zwölf Rügen, 19 Missbilligungen und 18 Hinweise wurden ausgesprochen. In 47 Fällen wurde kein Verstoß festgestellt. Vier Beschwerden waren begründet, doch die Zeitung korrigierte von sich aus und es
wurde auf weitere Maßnahmen verzichtet. Zwei Beschwerden wurden eingestellt.

http://www.presserat.de/Pressemitteilung_anzei.pm+M5109bcd5796.0.html


MELDUNG: Tabakwerbung in TV und Print bald verboten

Im deutschen Fernsehen und den Printmedien darf demnächst nicht mehr für Tabak geworben werden. Das Gesetz soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

http://de.today.reuters.com/news/


MELDUNG: Neue Vorsitzende im Beschwerdeauschuß des Deutschen Presserates

In der Sitzung vom 5. Dezember wurde Sigrun Müller-Gerbes zur neuen Vorsitzenden des Beschwerdeauschuss Redaktionsdatenschutz gewählt. Sie löst nach drei Jahren Jörg Steinbach ab.

http://www.presserat.de/Pressemitteilung_anzei.pm+M5214834968a.0.html

MELDUNG: 50 Jahre Presserat

Der Deutsche Presserat feierte am 20. November in Berlin sein 50 jähriges Bestehen. Im Museum für Kommunikation wurde das Ereignis durch Bundespräsident Horst Köhler gewürdigt.

Eine eigens dafür eingerichtete Homepage (www.50jahrepresserat.de) fasst die Geschichte des Deutschen Presserats zusammen.

Als Grundlage für die Behandlung von Beschwerden des 1956 gegründeten Deutschen Presserats gelten die sogenannten "publizistischen Grundsätze“, der Pressekodex des Deutschen Presserats. Diese wurden anlässlich des Jubiläums überarbeitet und aktualisiert.

http://www.presserat.de/Pressemitteilung_anzei.pm+M5c4d00c962d.0.html

http://www.presserat.de/Pressemitteilung_anzei.pm+M54189b2bfc3.0.html


(Einen Kommentar zu diesem Thema finden sie hier).

MELDUNG: Killerspiele im Gespräch

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist nach dem Amoklauf eines Schülers in Emsdetten in die Diskussion geraten. Sind Killerspiele Auslöser solcher Taten? Fördern sie die Gewaltbereitschaft bei Nutzern und sollten Killerspiele verboten werden?

http://service.usk.de/Jugendschutz_Computerspiele_Diskussion/

http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,454600,00.html


MELDUNG: Rückblende Fall „Cicero“

Im September 2005 waren die Redaktion des Politikmagazins Cicero und das Wohnhaus des Journalisten Bruno Schirra auf Antrag der Potsdamer Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Es wurde diskutiert, ob es sich bei diesem Fall um einen Eingriff in die Pressefreiheit handelte. Der Fall ging vor Gericht und durch mehrere Instanzen.

http://www.epd.de/medien/medien_index_46523.html

MELDUNG: FSM-Hochstapler im Netz

Derzeit werden missbräuchliche Abmahnungen wegen angeblich falscher Impressumsangaben als Emails versandt. Absender ist laut Signatur die Freiwillige Selbstkontrolle-Multimedia e.V. (FSM). Diese distanziert sich auf Ihrer Homepage ausdrücklich von diesen Emails.

http://www.fsm.de/de/Aktuelles


MELDUNG: FSK diskutierte über aktuelle Jugendschutzthemen

Am 9. und 10. November, diskutierten 150 Prüferinnen und Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle Kino e.V. (FSK) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e.V. (FSF), über aktuelle Jugendschutzthemen.

http://www.spio.de/index.asp?SeitID=369


MELDUNG: Deutscher Werberat rügt Funknetzanbieter

Im September rügte der Deutsche Werberat die Klarmobil GmbH. In einer Zeitungsanzeige wurde gegen Auflagen des Rates verstoßen.

http://www.werberat.de/


MELDUNG: Neuer Internetauftritt des FPS

Mit Aussendung dieses Newsletters hat der Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle (FPS) zugleich seine Internetseite überarbeitet und aktualisiert. Die Redaktion freut sich jeder Zeit über kritische Rückmeldungen.

http://www.publizistische-selbstkontrolle.de



KOMMENTAR: Kosmetik oder großer Wurf? Der Deutsche Presserat hat seinen Verhaltenskodex für Journalisten überarbeitet - Horst Pöttker, Dortmund

Jüngst feierte der Deutsche Presserat sein 50 jähriges Jubiläum. Dies nahm die Selbstkontrolleinrichtung zum Anlass, den Pressekodex zu überarbeiten. Was hat sich geändert und mit welchen Auswirkungen darf man rechnen? Der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V., Prof. Dr. Horst Pöttker unterzieht den überarbeiteten Kodex einer ersten Analyse:

Bundespräsident Horst Köhler bekam die neue Fassung des Pressekodex beim 50jährigen Jubiläum des Deutschen Presserats am 20. November in Berlin als Geschenk überreicht. Was hat sich gegenüber den berufsethischen Regeln, die bisher gültig waren, geändert[...]

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KOMMENTAR: Internet Neutralität bedroht - Dr. Bernhard Debatin, Athens/Ohio, USA

Vor allem in seinen Anfängen wurde das Internet als die Autobahn des Medienzeitalters bezeichnet. LKW-Maut auf Autobahnen gibt es bereits, eine aktuelle Diskussion über eine generelle Maut auf unseren Straßen wird gerade geführt. Was ist aber mit dem World Wide Web? Muss man hier in der Zukunft mit Gebühren rechnen? Bernhard Debatin gibt hierzu einen Denkanstoß:

Schon seit längerer Zeit warnen Experten vor einer Aufsplittung des Internet in verschiedene Basis- und Premiumdienste. Das Prinzip der Netzneutralität hat bislang End-zu-End Zugangsgleichheit garantiert, d.h. das Netz mit seiner jeweils verfügbaren Bandbreite für alle Nutzer, gleich ob Privatperson, Unternehmen oder Behörde, offengehalten. Netzneutralität wird in den USA deshalb häufig auch als “First Amendment” des Internet bezeichnet, also als Grundrecht auf Internet-Redefreiheit. Freilich ist die Netzneutralität auch die Grundlage für Millionenprofite von Content-Großanbietern wie Google, Microsoft und eBay, die die Infrastruktur ebenso nutzen wie jeder kleine Blogger[...]

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KOMMENTAR: Tagung Media Reform repräsentiert breites Bündnis - Dr. Bernhard Debatin, Athens/Ohio, USA

Das Recht auf Pressefreiheit ist besonders in den USA an vielen Stellen bedroht. Anfang Januar werden sich in Memphis (Tennessee) Medienpraktiker, -kritiker und -wissenschaftler auf der Tagung Media Reform damit beschäftigen. Informationen aus den USA gibt es hierzu von von Bernhard Debatin:

Vom 12-14. Januar 2007 wird in Memphis (Tennessee) eine Tagung zum Thema „Media Reform“ stattfinden. Die Tagung, ein Verbundprojekt von Medienpraktikern, -kritikern und Akademikern, wird von der Organisation Free Press ausgerichtet und hat die Diskussion von Strategien zur Veränderung der U.S.-amerikanischen Medienstrukturen zum Ziel. Ausgangspunkt der Tagung ist der unter Medienpraktikern, Graswurzelaktivisten und Bürgern wachsende Unmut über Medienkonzentration, politische Hofberichterstattung, schlampigen Journalismus, als Nachrichten getarnte PR-Kampagnen, und Angriffe auf die Pressefreiheit. Die Tagung richtet sich an Medienproduzenten, Journalisten, Medienpädagogen, Medienkritiker, Politiker und politische aktive Bürger. Die Tagung widmet sich fünf Themenblöcken[...]

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IMPRESSUM

Herausgeber:

Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V.
c/o Institut für Journalistik
Universität Dortmund
Emil-Figge-Straße 50
44 221 Dortmund

ViSdP:

FPS-Vorstand
Prof. Dr. Horst Pöttker, Dortmund (1.Vors.)
Prof. Dr. Wolfgang R. Langenbucher, Wien (2. Vors.)
Prof. Dr. Achim Baum, Osnabrück (Schriftführer)
Dr. Christian Schicha, Duisburg (Schatzmeister)

Email: info@publizistische-selbstkontrolle.de
Internet: http://www.publizistische-selbstkontrolle.de

Die Produktion dieses Newsletters wird durch die freundliche Unterstützung der Stiftung Presse-Haus NRZ ermöglicht.

Die Inhalte dieses Newsletters dürfen journalistisch weiterverwendet oder nachgedruckt werden, wenn der Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. als Quelle angegeben wird.