Deutscher Presserat spricht zehn Rügen aus

Der Deutsche Presserat hat nach den aktuellen Sitzungen seiner Beschwerdeausschüsse zehn Rügen gegen mehrere Redaktionen ausgesprochen.

So wurde der RHEINNECKARBLOG für den Bericht über einen erfundenen Terror-Anschlag in Mannheim gerügt. Unter der Überschrift „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ hatte der Blog detailliert über einen Terroranschlag und ein „Blutbad apokalyptischen Ausmaßes“ mit 136 Toten berichtet, die es gar nicht gegeben hatte. Dieser Bericht schadet laut Presserat dem Ansehen der Presse.

Die BILD-Zeitung kassierte zwei Rügen. Zum einen erfolgte eine Rüge für die Abbildung eines aktuellen Fotos des aus der Haft entlassenen Gladbeck-Geiselnehmers Dieter Degowski. Die Redaktion veröffentlichte zudem ein Foto des von Degowski ermordeten Emanuele de Giorgi kurz nach der Tat, das nicht vom öffentlichen Interesse gedeckt ist und den Schutz des Opfers und der Angehörigen verletzt. Eine weitere Rüge erfolgte aufgrund der Veröffentlichung einer Abbildung, auf dem ein verunglücktes Ehepaar zu sehen ist. Dies verstößt gegen den Opferschutz.

Ebenfalls rügte der Presserat BILD Online für die Berichterstattung über den Mordversuch an einer 17-Jährigen. In den gezeigten Bildausschnitten aus dem Video sieht der Beschwerdeausschuss eine übertrieben sensationelle Berichterstattung nach Ziffer 11 des Pressekodex und sowohl einen Verstoß gegen die Menschenwürde als auch die Persönlichkeitsrechte des Opfers.

Außerdem wurden u.a. die Zeitschriften AUF EINEN BLICK und GONG wegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der klaren Trennung von Redaktion und Werbung nach Ziffer 7 Pressekodex gerügt. AUF EINEN BLICK hatte unter der Überschrift „Angebote der Woche“ einen Beitrag veröffentlicht, in dem diverse Non-Food-Angebote von Lidl, Norma und Tchibo aufgelistet waren und auf ein Angebot des Shopping-Fernsehsenders QVC hingewiesen wurde. In dem Text erfolgte keine journalistische Einordnung der Angebote, eine redaktionelle Begründung für ihre Hervorhebung wurde nicht genannt. Nach Ansicht des Presserates überschreitet dies die Grenze zur Schleichwerbung.

Eine vollständige Übersicht zu allen weiteren Maßnahmen ist auf der Website presserat.de zu finden.

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