Medienpreis geht an Bastian Berbner und Sinje Stadtlich

Die Preisträger des "MedienSpiegel" 2017: Bastian Berbner und Sinje Stadtlich

Die Auszeichnung „MedienSpiegel“ des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS) wird 2017 verliehen für den TV-Beitrag „Die Vertrauenskrise der Medien“ im NDR-Medienmagazin „Zapp“.

Die am 17. Februar 2016 ausgestrahlte Sendung des NDR greift eine allenthalben festzustellende Glaubwürdigkeitskrise der Nachrichtenmedien auf. In dieser Sendung kommen verschiedene Meinungen und Positionen auf professioneller und Rezipientenseite ebenso zur Sprache wie die besonderen Umstände, unter denen Journalistinnen und Journalisten heute ihre Arbeit tun. Anfeindungen, persönliche Bedrohungen und Tätlichkeiten gehören dabei nicht mehr zu den seltenen Ausnahmen.

Aber der Beitrag geht das Thema entgegen des gängigen Mainstreams an. Die laute und populistische Generalablehnung der so genannten „Lügenpresse“ wird in der Sendung nicht in ein einfaches Ursache-Wirkungs-Schema gepresst. Die demagogische Verdammung der Medien wird in seiner aktuellen Bedeutung vielmehr als das Ergebnis einer grundsätzlichen Vertrauenskrise und Verunsicherung der Bevölkerung generell deutlich. „Den Machern der Sendung gelingt eine selbstkritische und zugleich abwägende Darstellung der Gesamtsituation“, so der FPS-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Matthias Rath in seiner Laudatio.

Gerade diese differenzierende Darstellung kann nach Meinung der Jury dazu beitragen, Vertrauen in eine professionalisierte Medienarbeit zurückzugewinnen. Damit wird der Fernsehbeitrag selbst zu einem Best-Practice-Beispiel, das die Idee der freiwilligen Medienselbstregulierung in hervorragender Weise realisiert.

Mitglieder der Jury sind Jörg Armbruster (Journalist), Janina Kalle (Journalistin, Leiterin der AG Medien von Transparency International Deutschland e.V.) und Anton Sahlender (Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute in Deutschland) sowie die Medienethikerinnen Dr. Nina Köberer und Dr. Ingrid Stapf.

Der Preis „MedienSpiegel“ ist eine Initiative des Vereins zur Förderung der Publizistischen Selbstkontrolle e.V. mit dem Ziel, die mediale Transparenz publizistischer Selbstkontrolle zu erhöhen und zugleich die öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Über den „MedienSpiegel“ soll positive Aufmerksamkeit für Medienschaffende, Redaktionen oder Medienhäuser sowie zivilgesellschaftliche Initiativen erzeugt werden, die diese Selbstkontrolle verwirklichen. Ausgezeichnet werden konkrete Produkte, Initiativen und Projekte, die in vorbildlicher Weise die besondere öffentliche Aufgabe der Medien thematisieren, Abweichungen davon kritisieren oder besondere Potenziale im Bereich Best Practice ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Jury des "MedienSpiegel" 2017 und Preisträger (v.l.n.r.): Anton Sahlender, Dr. Nina Köberer, Dr. Ingrid Stapf, Bastian Berbner, Prof. Dr. Dr. Matthias Rath, Sinje Stadtlich, Janina Kalle

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