“MedienSpiegel” 2016 geht an NDR-Journalistin Alena Jabarine

FPS-Vorsitzender Prof. Dr. Dr. Matthias Rath (li.) übergibt den "MedienSpiegel" an Alena Jabarine.

Mit dem Medienpreis „MedienSpiegel“ wurde in München der ZEIT-Artikel „Kehrt um!“ der Hamburger Journalistin Alena Jabarine ausgezeichnet. Der „MedienSpiegel“ wird jährlich vom Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS) vergeben.

Der Artikel „Kehrt um!“, der am 3.11.2015 in ZEIT Online erschien, erzählt über die menschliche Krise, in die die Journalistin gerät, als sie plötzlich von sich unvereinbar gegenüberstehenden Parteien zur Vermittlung gezwungen wird. Als arabisch sprechende Journalistin wird sie von der Berichterstatterin zur Vertrauten und zur Autorität für Flüchtlinge – und zugleich instrumentalisiert, die flüchtenden Menschen zu bewegen, sich in ein Lager der slowenischen Polizei zu begeben. Unfreiwillig zur Akteurin geworden, bleibt ihr nur noch der Rückzug. Die Erschütterung und die menschliche Tragödie zeigen eine ganz andere Präsenz von Journalistinnen und Journalisten zwischen Berichtspflicht und menschlicher Anteilnahme.

Dieser Beitrag erfüllt nach Meinung der Jury des „MedienSpiegel“ die Kriterien des medienethischen Preises in besonderer Weise: „Aufgezeigt wird ein Rollenkonflikt von allgemein moralischer und rollenspezifischer Perspektive einer Journalistin, wobei auf die öffentliche Rolle von Journalismus und der Schwierigkeit, eine wirklich ‚objektive’ Position einzunehmen, verwiesen wird.“

„Auch Journalisten haben Vorbildfunktion. Menschlichkeit sollte außerhalb ihres Mediums nicht enden. Und wenn sie gefragt ist, muss sie sichtbar werden. So sind das Verhalten und auch das Scheitern der persönlichen Hilfsaktion von Frau Jabarine wichtige Nachrichten in der eigentlichen Nachricht“, heißt es in der Begründung der Jury.

Mitglieder der Jury sind Jörg Armbruster (Journalist), Janina Kalle (Journalistin, Leiterin der AG Medien von Transparency International Deutschland e.V.) und Anton Sahlender (Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute in Deutschland) sowie die Medienethikerinnen Dr. Nina Köberer und Dr. Ingrid Stapf.

Der „MedienSpiegel“ ist eine 2016 erstmals vergebene, künftig jährliche Auszeichnung des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS). Mit diesem Preis werden Journalistinnen und Journalisten bzw. Redaktionen ausgezeichnet, die durch ihre Medienbeiträge die Leistungen, aber auch die Herausforderungen der publizistischen Selbstkontrolle in der Öffentlichkeit thematisieren und nachvollziehbar machen. Der Preis ist undotiert.

Jury des "MedienSpiegel" 2016 und Preisträgerin (v.l.n.r.): Dr. Ingrid Stapf, Janina Kalle, Dr. Nina Köberer, Prof. Dr. Dr. Matthias Rath, Alena Jabarine, Anton Sahlender.

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