Studie über Schleichwerbung in Österreich

Der österreichische Ethik-Rat für Public Relations hat heute in Wien eine aktuelle Studie über “Schleichwerbung in Österreich” vorgestellt. Demnach ist falsch gekennzeichnete Werbung in der österreichischen Medienlandschaft ein weit verbreitetes Problem. Für die Studie wurden Beiträge in “Die Presse”, “Der Standard”, “Kronen Zeitung”, “Heute”, “Österreich”, “Kleine Zeitung”, “Vorarlberger Nachrichten”, “Oberösterreichische Nachrichten”, “Tiroler Tageszeitung”, “Niederösterreichische Nachrichten”, “profil”, “Format” und “Woman” ausgewertet. Erhebungszeitraum war der Oktober 2010. Insgesamt wurden 550 Beiträge gesichtet. 325 davon beurteilten die Studienleiterinnen Katja Horninger, Zlatka Pavlova und Ursula Seethaler als kritisch.

Das größte Problem ist laut einer Pressemitteilung des PR-Ethik-Rats die Anpassung von redaktionellen Anzeigen an das journalistische Umfeld. Selbst wenn sie in zulässiger Form gekennzeichnet seien (was bei zwei Dritteln der kritischen Beiträge der Fall war), ließen sie sich aufgrund der gestalterischen Ähnlichkeit kaum von regulären journalistischen Beiträgen unterscheiden. Diese Ähnlichkeit werde über Schriftgröße, -farbe und -art hergestellt, auch verwendete grafische Elemente stammten aus dem redaktionellen Layout. Die Kennzeichnungen seien oft sehr klein und durch die Positionierung an den Rändern oder am Ende des Textes kaum sichtbar.

Als Konsequenz aus der Studie fordert der PR-Ethik-Rat eine Anpassung des Mediengesetzes, zum Beispiel eine Erweiterung des § 26 im Sinne einer “deutlichen”
und “gut sichtbaren” Kennzeichnung, eine eigene Regelung für Medienkooperationen sowie einen erhöhten Strafrahmen für nicht deklarierte Werbung.

Weitere Details finden sich unter anderem in einem aktuellen Bericht des “Standard“!

Update:

Die komplette Studie steht hier zum Download bereit!

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