“Ausverkauf des Journalismus” – Neue Studie der Brenner-Stiftung

Eine neue Studie im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung widmet sich den Kooperationen von Medienverlagen mit Lobbyorganisationen. Der freie Jouernalist Marvin Oppong geht darin den Verbindungen zwischen vor allem Leitmedien mit Lobbyverbänden der Wirtschaft nach. Besonders aufmerksam verfolgt er die Berichterstattung in den Blättern der untersuchten Verlagshäuser über just die Veranstaltungen, an deren Konzeption, Gestaltung und Durchführung sie selbst beteiligt sind. Viele Häuser, die im deutschen Blätterwald Rang und Namen haben, finden sich wieder: der Verlag Der Tagesspiegel, der F.A.Z.-Verlag, die Verlagsgruppe Handelsblatt, die Welt-Gruppe / Axel Springer, die „Süddeutsche Zeitung“ bzw. der Süddeutscher Verlag, Die Zeit Verlagsgruppe sowie „Capital“ und der Verlag Gruner + Jahr. Auch wenn die Häuser begonnen haben, eigene Ausgründungen zu schaffen, die sich der Event-Betreuung widmen: journalistische Grundsätze geraten zumindest in Gefahr, die Trennung von Bericht und Werbung, die Unabhängigkit der Berichterstatter und und und – vor allem, wenn Personen aus den Redaktionen plötzlich zu Akteuren auf den Events werden.

OBS-Arbeitspapier Nr. 21: Ausverkauf des Journalismus? Medienverlage und Lobbyorganisationen als Kooperationspartner.
Autor: Marvin Oppong
Veröffentlichungsdatum: 10.03.2016

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“MedienSpiegel” 2016 geht an NDR-Journalistin Alena Jabarine

FPS-Vorsitzender Prof. Dr. Dr. Matthias Rath (li.) übergibt den "MedienSpiegel" an Alena Jabarine.

Mit dem Medienpreis „MedienSpiegel“ wurde in München der ZEIT-Artikel „Kehrt um!“ der Hamburger Journalistin Alena Jabarine ausgezeichnet. Der „MedienSpiegel“ wird jährlich vom Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS) vergeben.

Der Artikel „Kehrt um!“, der am 3.11.2015 in ZEIT Online erschien, erzählt über die menschliche Krise, in die die Journalistin gerät, als sie plötzlich von sich unvereinbar gegenüberstehenden Parteien zur Vermittlung gezwungen wird. Als arabisch sprechende Journalistin wird sie von der Berichterstatterin zur Vertrauten und zur Autorität für Flüchtlinge – und zugleich instrumentalisiert, die flüchtenden Menschen zu bewegen, sich in ein Lager der slowenischen Polizei zu begeben. Unfreiwillig zur Akteurin geworden, bleibt ihr nur noch der Rückzug. Die Erschütterung und die menschliche Tragödie zeigen eine ganz andere Präsenz von Journalistinnen und Journalisten zwischen Berichtspflicht und menschlicher Anteilnahme.

Dieser Beitrag erfüllt nach Meinung der Jury des „MedienSpiegel“ die Kriterien des medienethischen Preises in besonderer Weise: „Aufgezeigt wird ein Rollenkonflikt von allgemein moralischer und rollenspezifischer Perspektive einer Journalistin, wobei auf die öffentliche Rolle von Journalismus und der Schwierigkeit, eine wirklich ‚objektive’ Position einzunehmen, verwiesen wird.“

„Auch Journalisten haben Vorbildfunktion. Menschlichkeit sollte außerhalb ihres Mediums nicht enden. Und wenn sie gefragt ist, muss sie sichtbar werden. So sind das Verhalten und auch das Scheitern der persönlichen Hilfsaktion von Frau Jabarine wichtige Nachrichten in der eigentlichen Nachricht“, heißt es in der Begründung der Jury.

Mitglieder der Jury sind Jörg Armbruster (Journalist), Janina Kalle (Journalistin, Leiterin der AG Medien von Transparency International Deutschland e.V.) und Anton Sahlender (Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute in Deutschland) sowie die Medienethikerinnen Dr. Nina Köberer und Dr. Ingrid Stapf.

Der „MedienSpiegel“ ist eine 2016 erstmals vergebene, künftig jährliche Auszeichnung des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS). Mit diesem Preis werden Journalistinnen und Journalisten bzw. Redaktionen ausgezeichnet, die durch ihre Medienbeiträge die Leistungen, aber auch die Herausforderungen der publizistischen Selbstkontrolle in der Öffentlichkeit thematisieren und nachvollziehbar machen. Der Preis ist undotiert.

Jury des "MedienSpiegel" 2016 und Preisträgerin (v.l.n.r.): Dr. Ingrid Stapf, Janina Kalle, Dr. Nina Köberer, Prof. Dr. Dr. Matthias Rath, Alena Jabarine, Anton Sahlender.

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FPS-Jury legt PreisträgerIn des “MedienSpiegel” 2016 fest

Die Jury des “MedienSpiegel“, dem Medienpreis des FPS, hat den/die PreisträgerIn für 2016 festgelegt. Die Bekanntgabe des/der PreisträgerIn sowie die Verleihung des Preises wird am 18.2.2016 in München stattfinden.

Insgesamt sind 13 Vorschläge für den Preis bei der Jury-Vorsitzenden, Frau Dr. Nina Köberer, eingegangen. Die Vorschläge beziehen sich auf Beiträge aus den Medienbereichen Zeitung/Zeitschrift, Fernsehen und Online-Medien.

Die Jury des “MedienSpiegel” hat folgende Mitglieder:

  • Jörg Armbruster (Journalist; bis Ende 2012 Korrespondent der ARD für den Nahen und Mittleren Osten)
  • Janina Kalle (TV-Journalistin NDR; Leiterin der AG “Transparenz in den Medien” von Transparency International Deutschland e.V.)
  • Dr. Nina Köberer (Vorsitzende der Jury; Medienethikerin; Vorstandsmitglied des FPS)
  • Anton Sahlender („Leseranwalt“ der Main-Post und Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute)
  • Dr. Ingrid Stapf (Medienethikerin, Vertreterin der FG Kommunikations- und Medienethik in der DGPuK)
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Ausschreibung des Medienpreises “MedienSpiegel”

Der Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle schreibt einen  Medienpreis für gelungenene Medienberichterstattung aus. Bis zum 15. November sind Einreichungen und Vorschläge möglich.

Der Preis „MedienSpiegel” ist eine Initiative des Vereins zur Förderung der Publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS) mit dem Ziel, die mediale Transparenz publizistischer Selbstkontrolle zu erhöhen und zugleich die öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Über den „MedienSpiegel“ soll positive Aufmerksamkeit für Medienschaffende, Redaktionen oder Medienhäuser sowie zivilgesellschaftliche Initiativen erzeugt werden, die diese Selbstkontrolle verwirklichen. Ausgezeichnet werden konkrete Produkte, Initiativen und Projekte, die in vorbildlicher Weise die besondere öffentliche Aufgabe der Medien thematisieren, Abweichungen davon kritisieren oder besondere Potenziale im Bereich Best Practice ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Details zur Ausschreibung, der Jury und der Zielsetzung des MedienSpiegel finden Sie hier.

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Gibt es den Journalismus der guten Nachricht?

Die fünfte Tagung aus der Reihe „klosterberg 11 – medienTREFFENmönche“ vom 13. bis 15. November 2015 in der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede widmet sich der Frage, ob es einen “konstruktiven Journalismus” geben könne, der nicht ausschließlich Krisen und Katastrophen zeigt, sondern auch Lösungsansätze bietet und das Publikum zur Einmischung ermutigt: “Wie schafft man Aufmerksamkeit für gute Nachrichten, ohne damit in Konkurrenz zu kritischen Themen zu treten und einen naiven Wohlfühl-Journalismus zu betreiben? Nach welchen Regeln könnte ein Journalismus des Guten funktionieren?” Referenten sind Dr. Jost Lübben, Chefredakteur der „Westfalenpost“ (Hagen), und Pater Marian Reke OSB. Details und Anmeldeformular gibt es hier.

 

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Presserat: Trennungsgrundsatz häufig missachtet.

Wie der deutschen Pressrat heute in einer Pressemitteilung meldet, wurden auf seinen Beschwerdeausschuss-Sitzungen am 15. und 17. September 2015 wegen schwerer Verstöße gegen den Pressekodex 10 öffentliche Rügen ausgesprochen. Gleich 7 Rügen mussten diesmal wegen des Gebots der klaren Trennung von Redaktion und Werbung ausgesprochen werden. Neben diesen 10 öffentliche Rügen wurden 19 Missbilligungen und 37 Hinweise ausgesprochen. 12 Beschwerden wurden als begründet bewertet, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet, 70 Beschwerden wurden als unbegründet erachtet.

 

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Werberäte legen Jahresbilanz vor

Fast zeitgleich haben die Selbstkontrolleinrichtungen der Werbewirtschaft in Deutschland und Österreich ihre Arbeitsbilanz für das Jahr 2013 vorgelegt. Für den Deutschen Werberat lässt sich die Entwicklung der Beschwerdearbeit vor allem in drei übergeordneten Trends bündeln: “Mehr Beschwerden, mehr kritisierte Werbekampagnen, mehr Proteste von Frauen” hätten die Aktivitäten der Institution in Berlin im zurückliegenden Jahr dominiert. Insgesamt seien 1.350 Beschwerden über 522 Werbemaßnahmen diskutiert worden.

Eine detaillierte Statistik mit weiteren Informationen zur Arbeit des Deutschen Werberates ist online abrufbar. Eine gedruckte Version des “Jahrbuchs Deutscher Werberat 2014″ ist für 5 Euro (zzgl. Versandkosten) zu beziehen über: Verlag edition ZAW, Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin, zaw@zaw.de.

Der Österreichische Werberat stellt seinen “Geschäftsbericht 2013″ im PDF-Format auf seiner Webseite zur Verfügung. Dort findet sich neben einer Zusammenfassung der zurückliegenden Arbeit auch ein Ausblick auf das “Wahljahr 2014″, das für die Wiener Einrichtung mit Neubesetzungen des Präsidiums, des Vorstands und schließlich auch des Entscheidungsgremiums geprägt ist.

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Symposium des Werberats: “Discrimination sells?!”

“Discrimination sells?! — Werbeethik und Werbekritik heute“ lautet das Thema eines Symposiums, das der Österreichische Werberat gemeinsam mit dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien organisiert. Ziel ist es,  einen kritischen Dialog zwischen Werbetreibenden, Kreativen, Wissenschaftlern und Zivilgesellschaft zu ermöglichen und dabei Alternativen zum Mainstream zu denken. Die Veranstaltung findet am kommenden Donnerstag, 27.2.2014, ab 9 Uhr in den Räumlichkeiten des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft statt. Weitere Informationen — ebenso wie das vollständige Programm — finden sich hier.

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Pressekodex goes online

Der Deutsche Presserat rüstet sich für das digitale Zeitalter — und hat deswegen damit begonnen, den Pressekodex mit Blick auf online-spezifische Darstellungsformen und Begrifflichkeiten zu überarbeiten. Dafür wurde eine Arbeitsgruppe mit Online-Experten eingesetzt, an deren Diskussionen sich auch der Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle (FPS) beratend beteiligt. Bislang wurde der Pressekodex, der ursprünglich für die Print-Berichterstattung entwickelt wurde, eins zu eins auf Veröffentlichungen angewandt, die online erscheinen.

Auf der Jahrespressekonferenz des Presserats in Berlin zog Sprecherin Ursula Ernst eine erste Zwischenbilanz: „Bei der grundsätzlichen Bewertung machen wir keinen Unterschied, ob ein journalistischer Beitrag print oder online veröffentlicht wird. Aber die Zunahme von Beschwerden, unter anderem zu Leserkommentaren und Online-Archiven, zeigt, dass wir die Publizistischen Grundsätze an einigen Stellen ergänzen sollten, um den digitalen Veröffentlichungsformen besser gerecht zu werden.“

Weitere Trends in der Beschwerdearbeit fasst der Presserat in einer Mitteilung auf seiner vollständig erneuerten Webseite zusammen. Dort findet sich auch ein ausführlicher Jahresbericht mit zahlreichen Statistiken zu den Entscheidungen in den Beschwerdeausschüssen im Jahr 2013.

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Von zahnlosen und lahmen Tigern

Der gegenwärtige Zustand und die Entwicklungsperspektiven der Medienselbstregulierung waren das Thema einer Podiumsdiskussion, die der Verein zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle (FPS) gemeinsam mit dem Netzwerk Medienethik auf dessen jährlicher Tagung in der Münchener Hochschule für Philosophie organisiert hatte. Unter dem Motto „Publizistische Selbstkontrolle – alter Hut oder Zukunftsmodell?“ erörterte Moderatorin Marlis Prinzing mit Vertretern aus Medienpraxis und Wissenschaft die Potenziale und Probleme von Einrichtungen wie dem Deutschen Presserat unter den Bedingungen des Medienwandels.

Dass die Wirksamkeit von Presse- und Medienräten als Instrumente der journalistischen Qualitätssicherung mitunter zu wünschen übrig lässt, ist keine neue Kritik. Immer wieder werden derartige Institutionen als „zahnlose Tiger“ verlacht, die mit ihren Hinweisen auf journalistische Fehltritte zwar ein wichtiges Ziel verfolgen, in der Praxis jedoch oft ohne spürbare Resonanz bleiben. Dieses Problem habe sich durch den digitalen Umbruch noch verschärft, mahnt der freie Medienjournalist Thomas Mrazek. „Der Deutsche Presserat kommt angesichts der Dynamik der Netz-Kommunikation nicht mehr mit. Im digitalen Spielfeld ist er außen vor. Seine Arbeitsweise ist viel zu langsam und behäbig.“ Meist reagiere er auf Beschwerden erst nach Monaten. Ist der Presserat also nicht nur ein zahnloser, sondern auch ein „lahmer Tiger“ – wie Marlis Prinzing, Professorin für Journalismus an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Köln, es zuspitzt?

Eine berechtigte Kritik, findet der Journalist und Blogger Stefan Aigner, der mit seinem Web-Angebot „Regensburg digital“ auch überregionale Bekanntheit erlangt hat. Er gibt zu bedenken: „Der Sinn einer institutionellen Medienselbstregulierung erschließt sich mir nicht.“ Zwar fühle er sich als professioneller Netz-Kommunikator durchaus dem Pressekodex verpflichtet, würde aber nie auf die Idee kommen, sich freiwillig der Spruchpraxis des Deutschen Presserates zu unterwerfen. „Das bringt nichts!“, sagt Aigner. Eine viel bessere Kontrolle könnten medienkritische Blogs wie das „Bildblog“ bieten, die zudem auch die Publikumsperspektive in die aktuelle Medienbeobachtung einbeziehen würden.

Derartige Vorwürfe will Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des Deutschen Presserates, nicht gelten lassen. „Der Presserat ist nicht langsam“, kontert er. In der Regel würden er und seine Mitarbeiter auf jede in der Berliner Geschäftsstelle eingehende Beschwerde innerhalb eines Tages mit einer Eingangsbestätigung reagieren. Bis die zuständigen Ausschüsse sich ein abschließendes Urteil über eine Beschwerde gebildet haben, könnten jedoch tatsächlich schon mal drei oder vier Monate vergehen. „Man muss sich ja immer die Einwände aller beteiligten Parteien anhören“, erklärt Tillmanns. „Diese Sorgfalt braucht ihre Zeit.“

Auch der FPS-Vorsitzende Matthias Rath, Professor für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, findet den Ansatz des Presserates keineswegs antiquiert. „Dem Presserat ist es gelungen, sich im Laufe der Jahrzehnte seines Bestehens zu einem in der Branche anerkannten Organ zu entwickeln. Er ist etwas Selbstverständliches geworden. Mit seinem kontinuierlichen Eintreten für die Pressefreiheit übernimmt er wichtige Aufgaben für die journalistische Profession. Er muss jedoch auch die medialen Veränderungen berücksichtigen. Gerade im Umgang mit den Online-Medien fehlen ihm die passenden Strukturen.“ In dieser Hinsicht sei der Presserat in der Pflicht, sich weiterzuentwickeln, findet Rath.

Ein mögliches Bindeglied zwischen Presserat und breiter Öffentlichkeit könnte das Instrument des Ombudsmannes darstellen. Dies veranschaulicht etwa das Beispiel von Anton Sahlender, der seit 2004 als „Leseranwalt“ der Würzburger „Main-Post“ Ansprechpartner für Beschwerden jeglicher Art ist – und diese auch in einer regelmäßigen Kolumne öffentlich diskutiert. „Häufig greife ich dabei auch aktuelle Entscheidungen des Presserates auf und kommentiere sie“, erläutert Sahlender. Auf diese Weise gelinge es, die Arbeit des Presserates transparent zu machen – und auch Laien ein Verständnis davon zu vermitteln, wie Medienselbstregulierung funktioniert.

Dieser Anspruch kristallisierte sich als wesentliche Erkenntnis der Münchener Podiumsdiskussion heraus: Damit Medienselbstkontrolle eine Wirkung entfalten kann, müssen ihre Funktionsmechanismen von den Mediennutzern wahrgenommen und verstanden werden. Dafür braucht es einerseits ein ausreichendes Maß an Öffentlichkeit für medienethische Problemstellungen – und andererseits ein Publikum, das kompetent mit den Medien und ihren Problemen umgehen kann. „Wir brauchen mehr Medienbildung“, lautete daher auch die ultimative Schlussfolgerung des FPS-Vorsitzenden Matthias Rath. Angesichts der gegenwärtigen Wandlungsprozesse in der Medienlandschaft heute mehr denn je.

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