Netflix erhält Anerkennung für sein Jugendschutzprogramm

Der Streaming-Dienst Netflix und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) arbeiten künftig zusammen. Netflix erhält als erste internationale Streaming-Plattform die Anerkennung der Jugendschutzfeatures in Deutschland. Zu den möglichen Jugendschutzmaßnahmen gehören unter anderem die Freigabe der Inhalte nach Alterseinstufungen sowie die Möglichkeit auf Festlegung eines eingerichteten Jugendschutz-PINs. Diese Jugendschutzfunktionen sind laut FSM-Experten einfach erklärt und damit gut umsetzbar.

Eine ausführliche Stellungnahme der FSM ist hier einsehbar.

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Deutscher Werberat: Rügen gegen sieben Unternehmen

Der Deutsche Werberat hat öffentliche Rügen gegen sieben Unternehmen verteilt, die gegen den Werbekodex verstoßen haben. Bürgerinnen und Bürger kritisierten zuvor verschiedene diskriminierende, herabwürdigende oder rücksichtslose Werbemaßnahmen, die in Form von Plakaten, Video- und Online-Spots publiziert wurden.

Eine vollständige Übersicht zu den aktuellen Fällen findet sich hier!

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Presserat erinnert an Geiseldrama

Zum 30. Jahrestag der Geiselnahme von Gladbeck erinnert der Deutsche Presserat an einige journalistische Grundregeln bei der Kriminalitätsberichterstattung. Über Straftaten müsse unabhängig berichtet werden, betont der Sprecher des Deutschen Presserats Volker Stennei. Allerdings seien dabei auch ethische Grenzen zu berücksichtigen.

Das Gladbecker Geiseldrama führte seinerzeit zu einer Erweiterung des Pressekodex. Zudem vereinbarte der Presserat mit der Innenministerkonferenz Verhaltensgrundsätze für Medien und Polizei, die bis heute gültig sind. Die entsprechenden Richtlinien sind in einer aktuellen Pressemitteilung zusammengefasst. Mehr dazu hier!

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Schweizer Presserat legt neues Jahrheft vor

Der Schweizer Presserat hat sein aktuelles “Jahrheft 2018″ vorgelegt – und widmet sich darin verschiedenen wichtigen Themen. Unter anderem wird über die Rekordzahl und den Inhalt der Beschwerden des letzten Jahres berichtet. Im Vorwort diskutiert Präsident Dominique von Burg die Frage der Kompetenzen des Presserats in Zeiten von Informationsportalen und Social Media. Zudem enthalten sind Beiträge von Markus Spillmann (Präsident des Stiftungsrats) zum Thema Medienethik und Journalismus sowie von Klaus Lange (Mitglied des Schweizer Presserats), der den Entscheid des Presserats zum Thema Native Advertising und die damit einhergehenden Anpassungen erläutert.

Die komplette Publikation ist hier erhältlich.

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Landesanstalt für Medien NRW stellt Studie zu Hasskommentaren vor

„Hasskommentare im Netz: Steuerungsstrategien für Redaktionen“ – so lautet der Titel einer praxisorientierten Handreichung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Die Publikation soll aufzeigen, wie Redaktionen gegen Recht- und Rücksichtslosigkeit im Netz vorgehen und ausufernde Debatten zivilisieren können. Die empfohlenen Maßnahmen sind das Ergebnis eines Forschungsprojekts der LfM, das mit Unterstützung von Google Germany umgesetzt wurde. Das vorgestellte Forschungsprojekt ergänzt die konsequente strafrechtliche Ahndung von Hasskommentaren, die die LfM zusammen mit Behörden und Unternehmen im Rahmen der Initiative „Verfolgen statt nur Löschen – Rechtsdurchsetzung im Internet“  verfolgt.

Die Handreichung und ein Factsheet mit allen wesentlichen Ergebnissen sind hier abrufbar. Eine ausführliche wissenschaftliche Publikation ist für Herbst 2018 im VISTAS Verlag geplant. Weitere Hintergrundinformationen bietet die Website der LfM.

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Deutscher Presserat spricht zehn Rügen aus

Der Deutsche Presserat hat nach den aktuellen Sitzungen seiner Beschwerdeausschüsse zehn Rügen gegen mehrere Redaktionen ausgesprochen.

So wurde der RHEINNECKARBLOG für den Bericht über einen erfundenen Terror-Anschlag in Mannheim gerügt. Unter der Überschrift „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ hatte der Blog detailliert über einen Terroranschlag und ein „Blutbad apokalyptischen Ausmaßes“ mit 136 Toten berichtet, die es gar nicht gegeben hatte. Dieser Bericht schadet laut Presserat dem Ansehen der Presse.

Die BILD-Zeitung kassierte zwei Rügen. Zum einen erfolgte eine Rüge für die Abbildung eines aktuellen Fotos des aus der Haft entlassenen Gladbeck-Geiselnehmers Dieter Degowski. Die Redaktion veröffentlichte zudem ein Foto des von Degowski ermordeten Emanuele de Giorgi kurz nach der Tat, das nicht vom öffentlichen Interesse gedeckt ist und den Schutz des Opfers und der Angehörigen verletzt. Eine weitere Rüge erfolgte aufgrund der Veröffentlichung einer Abbildung, auf dem ein verunglücktes Ehepaar zu sehen ist. Dies verstößt gegen den Opferschutz.

Ebenfalls rügte der Presserat BILD Online für die Berichterstattung über den Mordversuch an einer 17-Jährigen. In den gezeigten Bildausschnitten aus dem Video sieht der Beschwerdeausschuss eine übertrieben sensationelle Berichterstattung nach Ziffer 11 des Pressekodex und sowohl einen Verstoß gegen die Menschenwürde als auch die Persönlichkeitsrechte des Opfers.

Außerdem wurden u.a. die Zeitschriften AUF EINEN BLICK und GONG wegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der klaren Trennung von Redaktion und Werbung nach Ziffer 7 Pressekodex gerügt. AUF EINEN BLICK hatte unter der Überschrift „Angebote der Woche“ einen Beitrag veröffentlicht, in dem diverse Non-Food-Angebote von Lidl, Norma und Tchibo aufgelistet waren und auf ein Angebot des Shopping-Fernsehsenders QVC hingewiesen wurde. In dem Text erfolgte keine journalistische Einordnung der Angebote, eine redaktionelle Begründung für ihre Hervorhebung wurde nicht genannt. Nach Ansicht des Presserates überschreitet dies die Grenze zur Schleichwerbung.

Eine vollständige Übersicht zu allen weiteren Maßnahmen ist auf der Website presserat.de zu finden.

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PR-Ethik-Rat präsentiert Leitfaden zu Content Marketing

Seit zehn Jahren fungiert der PR-Ethik-Rat als Kontrollorgan der österreichischen PR-Branche. Nun wurde der österreichweit erste Leitfaden zu Content Marketing und ein überarbeiteter Online-Kodex präsentiert.

Ist ein Kundenmagazin ohne Nennung des dahinterstehenden Unternehmens ein redaktionelles Medium oder bezahlte Werbung? Die Antwort auf solche Fragen soll künftig der Leitfaden zur Entwicklung von Content-Marketing-Produkten des PR-Ethik-Rats bieten. Medienkonsumentinnen und -konsumenten sollen damit besser zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten in Print-, Online- und AV-Medien unterscheiden können. „Content Marketing nutzt Mittel des Journalismus, um kommerzielle Ziele zu erreichen. Problematisch daran ist, dass MedienkonsumentInnen die kommerzielle Absicht des Absenders von Content Marketing oft nicht erkennen können“, sagt Sabine Einwiller, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats und Professorin an der Universität Wien. Weiters müsse erkennbar sein, wer der Auftraggeber ist. Der Leitfaden soll zudem betroffenen Branchen eine Orientierungshilfe für den ethisch korrekten Umgang mit Content Marketing zur Verfügung stellen.

Der neue Online-Kodex stellt gleichzeitig die Absendertransparenz in den Vordergrund. Social Media-Kooperationen müssen demnach präzisen Vorgaben folgen. So wurde der Kodex um zusätzliche Merkmale hinsichtlich der Kennzeichnung von bezahlten Inhalten in Online-Beiträgen und präzise Vorgaben betreffend gefälschter Postings und Profile ergänzt.

Die vollständige Pressemeldung sowie der gesamte Online-Kodex und der Leitfaden zu Content Marketing sind unter www.prethikrat.at abrufbar.

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Zehn Thesen zur digitalen Medienvielfalt

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat im Rahmen ihres Media Policy Labs zehn Thesen zur digitalen Medienvielfalt verfasst. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Medienvielfalt im digitalen Zeitalter geschützt und gefördert werden kann. Wichtige Themen sind unter anderem die Bedrohung durch Hate Speech, der Austausch zwischen Regulierung, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft sowie unabhängiger und guter Journalismus als Voraussetzung für eine Demokratie. Des Weiteren wird eine Modernisierung der Gesetze gefordert, um Transparenz und Diskriminierungsfreiheit zu schützen.

Weitere Informationen und die zehn mabb-Thesen sind einsehbar unter: https://www.mabb.de/uber-die-mabb/presse/pressemitteilungen-details/mabb-stellt-zehn-thesen-fuer-digitale-medienvielfalt-vor.html.

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Vereinsgründung der Vereinigung der Medien-Ombudsleute

In den Räumen der Main-Post in Würzburg hat sich am 27. April 2018 der Verein der „Vereinigung der Medien-Ombudsleute e.V.“ gegründet. Zweck des Vereins sei die Stärkung der Presse- und Meinungsfreiheit in Gesellschaft, Politik sowie in der Wirtschaft im Sinne von Artikel 5 des Grundgesetzes, heißt es laut Satzungsentwurf. Der Verein schreibt sich auf die Fahnen, Freiwillige Selbstkontrolle, Qualität, Transparenz und Fairness in der Berichterstattung zu fördern. Dazu gehört gleichzeitig auch die Stärkung der Rechte von Personen, die von Berichterstattung betroffen sind.

Weitere Informationen sind auf der Website des Vereins erhältlich: https://www.vdmo.de/2018/04/13/vereinsgründung-der-medien-ombusdsleute/

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“MedienSpiegel” geht an Michael Reinhard von der Main-Post

Michael Reinhard (2.v.r.), Preisträger des "MedienSpiegel" 2018, mit dem FPS-Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. Matthias Rath und den Jury-Mitgliedern Dr. Nina Köberer und Dr. Ingrid Stapf

Die Auszeichnung “MedienSpiegel” des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS) wird 2018 verliehen für den Kommentar “Standpunkt: Soziale Netzwerke sind keine gute Quelle” des Chefredakteurs der Main-Post Michael Reinhard.

Der am 30.1.2017 erschienene Text ist eine kritische Auseinandersetzung des Chefredakteurs mit der eigenen Berichterstattung seines Blatts zum tragischen Tod mehrerer Jugendlicher im unterfränkischen Arnstein. Die Main-Post hatte neben den Informationen der Polizei auch Hinweise aus den Sozialen Netzwerken aufgenommen, es hätten “gemeinsam eingenommene Drogen” für den Tod der jungen Menschen verantwortlich sein können. In seinem Kommentar entschuldigt sich Chefredakteur Reinhard nicht nur für die voreilige Übernahme dieser durch nichts bestätigten Vermutung, sondern stellt die Redaktionsentscheidung in den größeren Zusammenhang journalistischer Arbeit im digitalen Zeitalter.

Der Beitrag wählt ohne den Versuch, redaktionelle Verantwortung vom Blatt abzuwenden, den Weg, journalistische Arbeit als professionelle Abwägung zwischen Informationsvermittlung und Verantwortung für die Folgen der Berichterstattung transparent zu machen. Es wird deutlich, dass die journalistische Arbeit trotz redaktioneller Leitlinien diese Abwägung immer wieder neu verlangt. Die Selbstkritik der Redaktion veranschaulicht, dass die neuen Medien nicht nur mögliche Recherchequellen, sondern zugleich auch Ursache redaktioneller Überforderung sind. Sie bietet einen Einblick in die konkrete Praxis publizistischer Selbstkontrolle – und stellt damit auch ein Beispiel für professionelle Verantwortungsübernahme dar. “Dem Chefredakteur der Main-Post gelingt eine selbstkritische und zugleich abwägende Darstellung journalistischer Praxis. Er schützt mit dieser Offenheit zugleich seine Redaktion und den professionellen Journalismus insgesamt vor einer zur Zeit bedauerlicher Weise gängigen Häme und Diskreditierung”, so der FPS-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Matthias Rath in seiner Laudatio.

Gerade diese differenzierende Darstellung konkreter Verantwortungsübernahme und der Gefahr, damit auch scheitern zu können, trägt nach Meinung der Jury dazu bei, das Vertrauen in eine professionalisierte Medienarbeit zu sichern. Damit wird der selbstkritische Kommentar zu einem Best-Practice-Beispiel für die Idee der freiwilligen Medienselbstregulierung.

Mitglieder der Jury sind Janina Kalle (Journalistin), Anton Sahlender (Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute in Deutschland und “Leseranwalt” der Main-Post) sowie die Medienethikerinnen Dr. Nina Köberer und Dr. Ingrid Stapf. Als Gast-Juror war Martin Fuchs in die Jury berufen worden, der mit seinem Blog “Hamburger Wahlbeobachter” Politik und Internet seit Jahren kritisch begleitet.

Der Preis “MedienSpiegel” ist eine Initiative des Vereins zur Förderung der Publizistischen Selbstkontrolle e.V. mit dem Ziel, die mediale Transparenz publizistischer Selbstkontrolle zu erhöhen und zugleich die öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Über den “MedienSpiegel” soll positive Aufmerksamkeit für Medienschaffende, Redaktionen oder Medienhäuser sowie zivilgesellschaftliche Initiativen erzeugt werden, die diese Selbstkontrolle verwirklichen. Ausgezeichnet werden konkrete Produkte, Initiativen und Projekte, die in vorbildlicher Weise die besondere öffentliche Aufgabe der Medien thematisieren, Abweichungen davon kritisieren oder besondere Potenziale im Bereich Best Practice ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Preisträger Michael Reinhard, Chefredakteur der Main-Post

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