Presserat weist Beschwerde von Meinungsforschungsinstituten zurück

Der Deutsche Presserat hält die Verwendung einer Online-Umfrage des Meinungsforschungs-Startups Civey für unbedenklich. Eine Beschwerde von drei führenden Meinungsforschungsinstituten gegen Focus Online wurde deswegen zurückgewiesen. Der zuständige Beschwerdeausschuss entschied einstimmig, dass die Redaktion ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht gemäß Ziffer 2 des Pressekodex nachgekommen sei. In einer aktuellen Pressemitteilung schildert der Presserat den Fall ausführlich:

FOCUS ONLINE hatte im Frühjahr über eine Civey-Umfrage zum Verbleib der Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan in der Nationalmannschaft berichtet. Die Redaktion hatte darauf verwiesen, dass diese Umfrage repräsentativ sei. Die Repräsentativität zweifelten die Beschwerde führenden Meinungsforschungsinstitute an und sahen einen Verstoß gegen den Pressekodex. Neben der Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 verwiesen die Beschwerdeführer auch auf Richtlinie 2.1 des Pressekodex, in der es unter anderem heißt: “Zugleich muss mitgeteilt werden, ob die Ergebnisse repräsentativ sind.” Der Beschwerdeausschuss sah dagegen keinen Verstoß der Redaktion gegen die Sorgfaltspflicht. Aus Sicht des Presserats gab es für die Redaktion keinen Anlass, an der Seriosität ihres Kooperationspartners Civey zu zweifeln. So lagen beispielsweise weder Wettbewerbsklagen noch Maßnahmen der Selbstkontrolle der Markt- und Sozialforschung vor. Vor diesem Hintergrund durfte die Redaktion der Aussagekraft der Ergebnisse vertrauen. Eine eigene wissenschaftliche Prüfung der Umfragemethodik von Civey ist der Redaktion hier nicht abzuverlangen.

Weitere Details zum Fall finden sich hier. Verschiedene aktuelle Rügen fasst der Presserat hier zusammen.

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Viele Lehrer beim Jugendmedienschutz überfordert

Online-Mobbing, Probleme mit sensiblen Daten, ein zweifelhafter Umgang mit Fake News – dies nur einige der Probleme von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit digitalen Medien. Eine Studie der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und dem Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) hat diese und weitere Herausforderungen für den Jugendmedienschutz in Schulen erstmals systematisiert. Besonders bersorgniserregend: Nur 50 Prozent der befragten Lehrkräfte und Fachpädagogen trauen sich zu, Kinder und Jugendliche im Umgang mit Online-Risiken zu unterstützen oder zu beraten – auch die eigenen Fähigkeiten in der Welt der Online-Medien werden nur geringfügig besser eingeschätzt.

Weitere Informationen zum so genannten “Jugendmedienschutzindex 2018″ sind in einer aktuellen Pressemitteilung der FSM gebündelt. Eine ausführlichere Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich online unter www.fsm.de/jugendmedienschutzindex.

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Netflix erhält Anerkennung für sein Jugendschutzprogramm

Der Streaming-Dienst Netflix und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) arbeiten künftig zusammen. Netflix erhält als erste internationale Streaming-Plattform die Anerkennung der Jugendschutzfeatures in Deutschland. Zu den möglichen Jugendschutzmaßnahmen gehören unter anderem die Freigabe der Inhalte nach Alterseinstufungen sowie die Möglichkeit auf Festlegung eines eingerichteten Jugendschutz-PINs. Diese Jugendschutzfunktionen sind laut FSM-Experten einfach erklärt und damit gut umsetzbar.

Eine ausführliche Stellungnahme der FSM ist hier einsehbar.

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Deutscher Werberat: Rügen gegen sieben Unternehmen

Der Deutsche Werberat hat öffentliche Rügen gegen sieben Unternehmen verteilt, die gegen den Werbekodex verstoßen haben. Bürgerinnen und Bürger kritisierten zuvor verschiedene diskriminierende, herabwürdigende oder rücksichtslose Werbemaßnahmen, die in Form von Plakaten, Video- und Online-Spots publiziert wurden.

Eine vollständige Übersicht zu den aktuellen Fällen findet sich hier!

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Presserat erinnert an Geiseldrama

Zum 30. Jahrestag der Geiselnahme von Gladbeck erinnert der Deutsche Presserat an einige journalistische Grundregeln bei der Kriminalitätsberichterstattung. Über Straftaten müsse unabhängig berichtet werden, betont der Sprecher des Deutschen Presserats Volker Stennei. Allerdings seien dabei auch ethische Grenzen zu berücksichtigen.

Das Gladbecker Geiseldrama führte seinerzeit zu einer Erweiterung des Pressekodex. Zudem vereinbarte der Presserat mit der Innenministerkonferenz Verhaltensgrundsätze für Medien und Polizei, die bis heute gültig sind. Die entsprechenden Richtlinien sind in einer aktuellen Pressemitteilung zusammengefasst. Mehr dazu hier!

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Schweizer Presserat legt neues Jahrheft vor

Der Schweizer Presserat hat sein aktuelles “Jahrheft 2018″ vorgelegt – und widmet sich darin verschiedenen wichtigen Themen. Unter anderem wird über die Rekordzahl und den Inhalt der Beschwerden des letzten Jahres berichtet. Im Vorwort diskutiert Präsident Dominique von Burg die Frage der Kompetenzen des Presserats in Zeiten von Informationsportalen und Social Media. Zudem enthalten sind Beiträge von Markus Spillmann (Präsident des Stiftungsrats) zum Thema Medienethik und Journalismus sowie von Klaus Lange (Mitglied des Schweizer Presserats), der den Entscheid des Presserats zum Thema Native Advertising und die damit einhergehenden Anpassungen erläutert.

Die komplette Publikation ist hier erhältlich.

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Landesanstalt für Medien NRW stellt Studie zu Hasskommentaren vor

„Hasskommentare im Netz: Steuerungsstrategien für Redaktionen“ – so lautet der Titel einer praxisorientierten Handreichung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Die Publikation soll aufzeigen, wie Redaktionen gegen Recht- und Rücksichtslosigkeit im Netz vorgehen und ausufernde Debatten zivilisieren können. Die empfohlenen Maßnahmen sind das Ergebnis eines Forschungsprojekts der LfM, das mit Unterstützung von Google Germany umgesetzt wurde. Das vorgestellte Forschungsprojekt ergänzt die konsequente strafrechtliche Ahndung von Hasskommentaren, die die LfM zusammen mit Behörden und Unternehmen im Rahmen der Initiative „Verfolgen statt nur Löschen – Rechtsdurchsetzung im Internet“  verfolgt.

Die Handreichung und ein Factsheet mit allen wesentlichen Ergebnissen sind hier abrufbar. Eine ausführliche wissenschaftliche Publikation ist für Herbst 2018 im VISTAS Verlag geplant. Weitere Hintergrundinformationen bietet die Website der LfM.

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Deutscher Presserat spricht zehn Rügen aus

Der Deutsche Presserat hat nach den aktuellen Sitzungen seiner Beschwerdeausschüsse zehn Rügen gegen mehrere Redaktionen ausgesprochen.

So wurde der RHEINNECKARBLOG für den Bericht über einen erfundenen Terror-Anschlag in Mannheim gerügt. Unter der Überschrift „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ hatte der Blog detailliert über einen Terroranschlag und ein „Blutbad apokalyptischen Ausmaßes“ mit 136 Toten berichtet, die es gar nicht gegeben hatte. Dieser Bericht schadet laut Presserat dem Ansehen der Presse.

Die BILD-Zeitung kassierte zwei Rügen. Zum einen erfolgte eine Rüge für die Abbildung eines aktuellen Fotos des aus der Haft entlassenen Gladbeck-Geiselnehmers Dieter Degowski. Die Redaktion veröffentlichte zudem ein Foto des von Degowski ermordeten Emanuele de Giorgi kurz nach der Tat, das nicht vom öffentlichen Interesse gedeckt ist und den Schutz des Opfers und der Angehörigen verletzt. Eine weitere Rüge erfolgte aufgrund der Veröffentlichung einer Abbildung, auf dem ein verunglücktes Ehepaar zu sehen ist. Dies verstößt gegen den Opferschutz.

Ebenfalls rügte der Presserat BILD Online für die Berichterstattung über den Mordversuch an einer 17-Jährigen. In den gezeigten Bildausschnitten aus dem Video sieht der Beschwerdeausschuss eine übertrieben sensationelle Berichterstattung nach Ziffer 11 des Pressekodex und sowohl einen Verstoß gegen die Menschenwürde als auch die Persönlichkeitsrechte des Opfers.

Außerdem wurden u.a. die Zeitschriften AUF EINEN BLICK und GONG wegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der klaren Trennung von Redaktion und Werbung nach Ziffer 7 Pressekodex gerügt. AUF EINEN BLICK hatte unter der Überschrift „Angebote der Woche“ einen Beitrag veröffentlicht, in dem diverse Non-Food-Angebote von Lidl, Norma und Tchibo aufgelistet waren und auf ein Angebot des Shopping-Fernsehsenders QVC hingewiesen wurde. In dem Text erfolgte keine journalistische Einordnung der Angebote, eine redaktionelle Begründung für ihre Hervorhebung wurde nicht genannt. Nach Ansicht des Presserates überschreitet dies die Grenze zur Schleichwerbung.

Eine vollständige Übersicht zu allen weiteren Maßnahmen ist auf der Website presserat.de zu finden.

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PR-Ethik-Rat präsentiert Leitfaden zu Content Marketing

Seit zehn Jahren fungiert der PR-Ethik-Rat als Kontrollorgan der österreichischen PR-Branche. Nun wurde der österreichweit erste Leitfaden zu Content Marketing und ein überarbeiteter Online-Kodex präsentiert.

Ist ein Kundenmagazin ohne Nennung des dahinterstehenden Unternehmens ein redaktionelles Medium oder bezahlte Werbung? Die Antwort auf solche Fragen soll künftig der Leitfaden zur Entwicklung von Content-Marketing-Produkten des PR-Ethik-Rats bieten. Medienkonsumentinnen und -konsumenten sollen damit besser zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten in Print-, Online- und AV-Medien unterscheiden können. „Content Marketing nutzt Mittel des Journalismus, um kommerzielle Ziele zu erreichen. Problematisch daran ist, dass MedienkonsumentInnen die kommerzielle Absicht des Absenders von Content Marketing oft nicht erkennen können“, sagt Sabine Einwiller, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats und Professorin an der Universität Wien. Weiters müsse erkennbar sein, wer der Auftraggeber ist. Der Leitfaden soll zudem betroffenen Branchen eine Orientierungshilfe für den ethisch korrekten Umgang mit Content Marketing zur Verfügung stellen.

Der neue Online-Kodex stellt gleichzeitig die Absendertransparenz in den Vordergrund. Social Media-Kooperationen müssen demnach präzisen Vorgaben folgen. So wurde der Kodex um zusätzliche Merkmale hinsichtlich der Kennzeichnung von bezahlten Inhalten in Online-Beiträgen und präzise Vorgaben betreffend gefälschter Postings und Profile ergänzt.

Die vollständige Pressemeldung sowie der gesamte Online-Kodex und der Leitfaden zu Content Marketing sind unter www.prethikrat.at abrufbar.

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Zehn Thesen zur digitalen Medienvielfalt

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat im Rahmen ihres Media Policy Labs zehn Thesen zur digitalen Medienvielfalt verfasst. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Medienvielfalt im digitalen Zeitalter geschützt und gefördert werden kann. Wichtige Themen sind unter anderem die Bedrohung durch Hate Speech, der Austausch zwischen Regulierung, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft sowie unabhängiger und guter Journalismus als Voraussetzung für eine Demokratie. Des Weiteren wird eine Modernisierung der Gesetze gefordert, um Transparenz und Diskriminierungsfreiheit zu schützen.

Weitere Informationen und die zehn mabb-Thesen sind einsehbar unter: https://www.mabb.de/uber-die-mabb/presse/pressemitteilungen-details/mabb-stellt-zehn-thesen-fuer-digitale-medienvielfalt-vor.html.

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