“MedienSpiegel” 2019 geht an BuzzFeed News Deutschland

Marcus Engert (Mitte), Preisträger des "MedienSpiegel" 2019, mit dem FPS-Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. Matthias Rath und den Jury-Mitgliedern Dr. Nina Köberer, Anton Sahlender und Dr. Ingrid Stapf

Der “MedienSpiegel” des Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V. (FPS) wird 2019 verliehen für den Podcast “Unterm Radar” von BuzzFeed News Deutschland. Reporter Marcus Engert nahm die Auszeichnung am Donnerstagabend stellvertretend für die BuzzFeed-Redaktion und Chefredakteur Daniel Drepper im Rahmen einer Feierstunde an der Hochschule Macromedia in Köln entgegen.

Das seit dem 31. Juli 2018 erscheinende Format “Unterm Radar” berichtet von den Recherchen der BuzzFeed-Reporterinnen und -Reporter – und ermöglicht damit einen Blick hinter die Kulissen journalistischer Arbeit. In mehrmals pro Monat erscheinenden Episoden erläutern die Macher, wie sie an ihre Themen kommen, welche Quellen mit ihnen gesprochen haben und welche Probleme ihnen dabei begegnet sind. Ganz bewusst wird immer wieder auch auf eigene Fehler hingewiesen – auf Dinge, “die schief gegangen sind oder die uns frustrieren”, wie Marcus Engert anlässlich der Veröffentlichung der Pilotfolge schreibt. Der Titel “Unterm Radar” sei Motto und Anspruch gleichzeitig. “Wir wollen transparent machen, was in unserer Redaktion passiert, bevor ein Artikel erscheint. Die Prozesse und Arbeitsabläufe, was auf unseren Schreibtischen und in unseren Köpfen los ist – alles das, was für Leserinnen und Leser eben unter dem Radar bleibt”, so Engert weiter.

Der Jury des “MedienSpiegel” gefällt, dass “Unterm Radar” als Podcast auch andere Zielgruppen erreicht als klassische Massenmedien. Der Podcast ermöglicht Selbsttransparenz und Einblicke in die Herausforderungen des Journalismus, setzt sich aber auch mit potenziellen Lösungen auseinander. “Hier wird eine außergewöhnliche und besonders deutliche Form von journalistischer Transparenz erkennbar”, heißt es in der Begründung der Jury. “Es geht letztlich um Recherchen hinter den Recherchen und dabei gewonnene Erkenntnisse. Mit dieser Transparenz beginnt ‘Unterm Radar’ zuweilen sogar schon vor dem Erscheinen jenes Beitrages, um dessen Inhalt es letztlich gehen soll. ‘Unterm Radar’ ist ein neues digitales Medienformat, das zwischen Medienjournalismus und Selbstreflexion schwankt. Das tut der Selbstreflexion, um die es beim ‘MedienSpiegel’ vor allem geht, aber keinen Abbruch. ‘Unterm Radar’ zeigt auf, was möglich ist.”

Zusätzlich zur Auszeichnung des BuzzFeed-Podcasts spricht die Jury des “MedienSpiegel” in diesem Jahr zwei lobende Erwähnungen aus:

  • zum einem für den Beitrag “Stereotype und Klischees” von Kurt Kister (Süddeutsche Zeitung) als Reaktion und Diskussionsangebot an die Leserschaft nach einem Konflikt um eine in der Zeitung veröffentlichte Netanjahu-Karikatur;
  • zum anderen für Benjamin Piel (Mindener Tageblatt) und sein Engagement in der Kolumne “Standpunkt zum Thema“, in der er immer wieder seine Ansprüche an den professionellen Journalismus offenlegt.

Mitglieder der Jury sind Janina Kalle (Journalistin), Anton Sahlender (Sprecher der Vereinigung der Medien-Ombudsleute in Deutschland und “Leseranwalt” der Main-Post) sowie die Medienethikerinnen Dr. Nina Köberer und Dr. Ingrid Stapf.

Der Preis “MedienSpiegel” ist eine Initiative des Vereins zur Förderung der Publizistischen Selbstkontrolle e.V. mit dem Ziel, die mediale Transparenz publizistischer Selbstkontrolle zu erhöhen und zugleich die öffentliche Wahrnehmung zu stärken. Über den “MedienSpiegel” soll positive Aufmerksamkeit für Medienschaffende, Redaktionen oder Medienhäuser sowie zivilgesellschaftliche Initiativen erzeugt werden, die diese Selbstkontrolle verwirklichen. Ausgezeichnet werden konkrete Produkte, Initiativen und Projekte, die in vorbildlicher Weise die besondere öffentliche Aufgabe der Medien thematisieren, Abweichungen davon kritisieren oder besondere Potenziale im Bereich Best Practice ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Der Preisträger des "MedienSpiegel" 2019: Marcus Engert, Reporter bei BuzzFeed News Deutschland

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Vier neue Rügen des Deutschen Werberates

Der Deutsche Werberat hat vier Unternehmen wegen sexualisierter oder sexistisch gestalteter Werbemaßnahmen öffentlich gerügt. Damit wurden im vergangenen Jahr insgesamt 16 öffentliche Rügen ausgesprochen. Die Durchsetzungsquote betrug wie schon im Vorjahr rund 90%.

Trotz des Hinweises auf Verstöße gegen den Werbekodex verwendeten die gerügten Unternehmen ihre Werbung vorerst weiter. Der Deutsche Werberat brachte die Beanstandungen deshalb an die Öffentlichkeit und informierte zusätzlich auch die Industrie- und Handelskammern bzw. die Handwerkskammern vor Ort.

Eine ausführliche Beschreibung der aktuellen Fälle finden Sie hier.

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Presserat weist Beschwerde von Meinungsforschungsinstituten zurück

Der Deutsche Presserat hält die Verwendung einer Online-Umfrage des Meinungsforschungs-Startups Civey für unbedenklich. Eine Beschwerde von drei führenden Meinungsforschungsinstituten gegen Focus Online wurde deswegen zurückgewiesen. Der zuständige Beschwerdeausschuss entschied einstimmig, dass die Redaktion ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht gemäß Ziffer 2 des Pressekodex nachgekommen sei. In einer aktuellen Pressemitteilung schildert der Presserat den Fall ausführlich:

FOCUS ONLINE hatte im Frühjahr über eine Civey-Umfrage zum Verbleib der Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan in der Nationalmannschaft berichtet. Die Redaktion hatte darauf verwiesen, dass diese Umfrage repräsentativ sei. Die Repräsentativität zweifelten die Beschwerde führenden Meinungsforschungsinstitute an und sahen einen Verstoß gegen den Pressekodex. Neben der Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 verwiesen die Beschwerdeführer auch auf Richtlinie 2.1 des Pressekodex, in der es unter anderem heißt: “Zugleich muss mitgeteilt werden, ob die Ergebnisse repräsentativ sind.” Der Beschwerdeausschuss sah dagegen keinen Verstoß der Redaktion gegen die Sorgfaltspflicht. Aus Sicht des Presserats gab es für die Redaktion keinen Anlass, an der Seriosität ihres Kooperationspartners Civey zu zweifeln. So lagen beispielsweise weder Wettbewerbsklagen noch Maßnahmen der Selbstkontrolle der Markt- und Sozialforschung vor. Vor diesem Hintergrund durfte die Redaktion der Aussagekraft der Ergebnisse vertrauen. Eine eigene wissenschaftliche Prüfung der Umfragemethodik von Civey ist der Redaktion hier nicht abzuverlangen.

Weitere Details zum Fall finden sich hier. Verschiedene aktuelle Rügen fasst der Presserat hier zusammen.

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Viele Lehrer beim Jugendmedienschutz überfordert

Online-Mobbing, Probleme mit sensiblen Daten, ein zweifelhafter Umgang mit Fake News – dies nur einige der Probleme von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit digitalen Medien. Eine Studie der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und dem Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) hat diese und weitere Herausforderungen für den Jugendmedienschutz in Schulen erstmals systematisiert. Besonders bersorgniserregend: Nur 50 Prozent der befragten Lehrkräfte und Fachpädagogen trauen sich zu, Kinder und Jugendliche im Umgang mit Online-Risiken zu unterstützen oder zu beraten – auch die eigenen Fähigkeiten in der Welt der Online-Medien werden nur geringfügig besser eingeschätzt.

Weitere Informationen zum so genannten “Jugendmedienschutzindex 2018″ sind in einer aktuellen Pressemitteilung der FSM gebündelt. Eine ausführlichere Zusammenfassung der Ergebnisse findet sich online unter www.fsm.de/jugendmedienschutzindex.

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Netflix erhält Anerkennung für sein Jugendschutzprogramm

Der Streaming-Dienst Netflix und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) arbeiten künftig zusammen. Netflix erhält als erste internationale Streaming-Plattform die Anerkennung der Jugendschutzfeatures in Deutschland. Zu den möglichen Jugendschutzmaßnahmen gehören unter anderem die Freigabe der Inhalte nach Alterseinstufungen sowie die Möglichkeit auf Festlegung eines eingerichteten Jugendschutz-PINs. Diese Jugendschutzfunktionen sind laut FSM-Experten einfach erklärt und damit gut umsetzbar.

Eine ausführliche Stellungnahme der FSM ist hier einsehbar.

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Deutscher Werberat: Rügen gegen sieben Unternehmen

Der Deutsche Werberat hat öffentliche Rügen gegen sieben Unternehmen verteilt, die gegen den Werbekodex verstoßen haben. Bürgerinnen und Bürger kritisierten zuvor verschiedene diskriminierende, herabwürdigende oder rücksichtslose Werbemaßnahmen, die in Form von Plakaten, Video- und Online-Spots publiziert wurden.

Eine vollständige Übersicht zu den aktuellen Fällen findet sich hier!

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Presserat erinnert an Geiseldrama

Zum 30. Jahrestag der Geiselnahme von Gladbeck erinnert der Deutsche Presserat an einige journalistische Grundregeln bei der Kriminalitätsberichterstattung. Über Straftaten müsse unabhängig berichtet werden, betont der Sprecher des Deutschen Presserats Volker Stennei. Allerdings seien dabei auch ethische Grenzen zu berücksichtigen.

Das Gladbecker Geiseldrama führte seinerzeit zu einer Erweiterung des Pressekodex. Zudem vereinbarte der Presserat mit der Innenministerkonferenz Verhaltensgrundsätze für Medien und Polizei, die bis heute gültig sind. Die entsprechenden Richtlinien sind in einer aktuellen Pressemitteilung zusammengefasst. Mehr dazu hier!

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Schweizer Presserat legt neues Jahrheft vor

Der Schweizer Presserat hat sein aktuelles “Jahrheft 2018″ vorgelegt – und widmet sich darin verschiedenen wichtigen Themen. Unter anderem wird über die Rekordzahl und den Inhalt der Beschwerden des letzten Jahres berichtet. Im Vorwort diskutiert Präsident Dominique von Burg die Frage der Kompetenzen des Presserats in Zeiten von Informationsportalen und Social Media. Zudem enthalten sind Beiträge von Markus Spillmann (Präsident des Stiftungsrats) zum Thema Medienethik und Journalismus sowie von Klaus Lange (Mitglied des Schweizer Presserats), der den Entscheid des Presserats zum Thema Native Advertising und die damit einhergehenden Anpassungen erläutert.

Die komplette Publikation ist hier erhältlich.

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Landesanstalt für Medien NRW stellt Studie zu Hasskommentaren vor

„Hasskommentare im Netz: Steuerungsstrategien für Redaktionen“ – so lautet der Titel einer praxisorientierten Handreichung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Die Publikation soll aufzeigen, wie Redaktionen gegen Recht- und Rücksichtslosigkeit im Netz vorgehen und ausufernde Debatten zivilisieren können. Die empfohlenen Maßnahmen sind das Ergebnis eines Forschungsprojekts der LfM, das mit Unterstützung von Google Germany umgesetzt wurde. Das vorgestellte Forschungsprojekt ergänzt die konsequente strafrechtliche Ahndung von Hasskommentaren, die die LfM zusammen mit Behörden und Unternehmen im Rahmen der Initiative „Verfolgen statt nur Löschen – Rechtsdurchsetzung im Internet“  verfolgt.

Die Handreichung und ein Factsheet mit allen wesentlichen Ergebnissen sind hier abrufbar. Eine ausführliche wissenschaftliche Publikation ist für Herbst 2018 im VISTAS Verlag geplant. Weitere Hintergrundinformationen bietet die Website der LfM.

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Deutscher Presserat spricht zehn Rügen aus

Der Deutsche Presserat hat nach den aktuellen Sitzungen seiner Beschwerdeausschüsse zehn Rügen gegen mehrere Redaktionen ausgesprochen.

So wurde der RHEINNECKARBLOG für den Bericht über einen erfundenen Terror-Anschlag in Mannheim gerügt. Unter der Überschrift „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ hatte der Blog detailliert über einen Terroranschlag und ein „Blutbad apokalyptischen Ausmaßes“ mit 136 Toten berichtet, die es gar nicht gegeben hatte. Dieser Bericht schadet laut Presserat dem Ansehen der Presse.

Die BILD-Zeitung kassierte zwei Rügen. Zum einen erfolgte eine Rüge für die Abbildung eines aktuellen Fotos des aus der Haft entlassenen Gladbeck-Geiselnehmers Dieter Degowski. Die Redaktion veröffentlichte zudem ein Foto des von Degowski ermordeten Emanuele de Giorgi kurz nach der Tat, das nicht vom öffentlichen Interesse gedeckt ist und den Schutz des Opfers und der Angehörigen verletzt. Eine weitere Rüge erfolgte aufgrund der Veröffentlichung einer Abbildung, auf dem ein verunglücktes Ehepaar zu sehen ist. Dies verstößt gegen den Opferschutz.

Ebenfalls rügte der Presserat BILD Online für die Berichterstattung über den Mordversuch an einer 17-Jährigen. In den gezeigten Bildausschnitten aus dem Video sieht der Beschwerdeausschuss eine übertrieben sensationelle Berichterstattung nach Ziffer 11 des Pressekodex und sowohl einen Verstoß gegen die Menschenwürde als auch die Persönlichkeitsrechte des Opfers.

Außerdem wurden u.a. die Zeitschriften AUF EINEN BLICK und GONG wegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der klaren Trennung von Redaktion und Werbung nach Ziffer 7 Pressekodex gerügt. AUF EINEN BLICK hatte unter der Überschrift „Angebote der Woche“ einen Beitrag veröffentlicht, in dem diverse Non-Food-Angebote von Lidl, Norma und Tchibo aufgelistet waren und auf ein Angebot des Shopping-Fernsehsenders QVC hingewiesen wurde. In dem Text erfolgte keine journalistische Einordnung der Angebote, eine redaktionelle Begründung für ihre Hervorhebung wurde nicht genannt. Nach Ansicht des Presserates überschreitet dies die Grenze zur Schleichwerbung.

Eine vollständige Übersicht zu allen weiteren Maßnahmen ist auf der Website presserat.de zu finden.

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